Er ist ehrgeizig, jung und zielorientiert. Denis Hicks besucht das Sportgymnasium an der Alten Kanti und erzählt sage&schreibe von seinem Weg, einen Kindheitstraum zu verfolgen. Er gibt Auskunft über Trainingsroutinen, Disziplin und Fokus in einer Sportart, die weit komplexer ist, als sie auf den ersten Blick scheint: dem Golfsport.
Von Noelia Küttel, G23B
Golf gehört sowohl technisch wie auch mental zu den anspruchsvollsten Sportarten überhaupt. Ein Schlag dauert nur wenige Sekunden und dennoch müssen hunderte Bewegungsabläufe perfekt zusammenspielen. Genau das fasziniert Denis Hicks seit Tag eins. Mit Ehrgeiz, Konzentration und Leidenschaft arbeitet er daran, seinen Traum vom Golfprofi wahr werden zu lassen.
Bereits in frühen Jahren fand er seinen Weg auf den Platz des Golfclubs Heidental. «Mein Vater, der Engländer ist, spielte Golf – und so kam ich schon früh zu diesem Sport», sagt er. Spätestens mit dem Eintritt in die Sportkanti im August 2023 war für ihn klar, Golf als Leistungssport betreiben zu wollen.
Mit der Aufnahme ins Nationalteam eröffnete sich ihm eine Welt, in der das Training einen grossen Teil des Alltags einnahm, und er realisierte, wie hoch das Niveau selbst im Juniorenbereich war und dass Talent allein nicht reichte, um erfolgreich zu sein.
Disziplin und mentale Stärke
Der Weg zum Spitzensport ist lang und verlangt einiges an Disziplin und Durchhaltewillen. Denis Hicks hat eindeutig beides. Und wer ihn beim Training beobachtet, merkt schnell, wie wichtig auch Konzentration und die mentale Ausdauer im Golfsport sind. Jeder Schlag muss immer wieder präzise und geplant ausgeführt werden. Denis Hicks erklärt: «Ein Profigolfer muss die Basics ständig wiederholen, ohne dabei die Konzentration zu verlieren.» Gerade in jungen Jahren ist es wichtig, mit dieser besonderen Art von Stress umgehen zu lernen. In dieser Hinsicht bekam er immer besonders viel Unterstützung von seiner grossen Schwester. «Vor allem mental hat sie mich aufgebaut, wenn es schwierig wurde.»
Für den Erfolg ist auch die körperliche Fitness von Bedeutung. Viele Menschen unterschätzen, wie physisch Golf tatsächlich ist. Profis schlagen je nach Training weit über hundert Bälle und legen mehrere Kilometer zu Fuss zurück. Denis Hicks beschreibt seine wöchentliche Trainingsroutine folgendermassen: «Ich beginne mit etwa zehn Minuten Aufwärmen, gefolgt von einer stündigen Range-Session, rund 45 Minuten Chipping und anschliessend einer halben Stunde Putten. Danach mache ich meist 20 bis 30 Minuten etwas zur Entspannung – nichts Ernstes.» Sein Training beinhaltet also lange Abschläge, aber auch präzise Annäherungsschläge. «Mein Fokus liegt dabei auf Kraft und Explosivität in den Beinen, Stabilität im Rücken und in den Schultern sowie einer starken Core-Muskulatur», fügt er zum Schluss noch an und unterstreicht damit die Wichtigkeit der körperlichen Verfassung.
Auf dem Grün Richtung Spitzenleistung
Besonders in der Vorbereitung auf grosse Turniere spielt die mentale Stärke eine zentrale Rolle. Der ehrgeizige Golfer arbeitet daran, während einer langen Runde ruhig und konzentriert zu bleiben und den Druck zu reduzieren. Er hat dazu seine eigene Strategie: «Ich rede mir die Irrelevanz des Turniers ein.» So fällt es ihm leichter, die Konzentration während der ganzen Runde auf einem hohen Level zu halten. Viele Athletinnen und Athleten absolvieren vor einem wichtigen Wettkampf oder Turnier eine ganz besondere Routine. Und Denis Hicks? «Ich habe meine Standard-Aufwärmroutine» sagt er entspannt, «aber keine speziellen Rituale, die mich in den Fokus bringen sollen.»
Seine Lockerheit vermag aber nicht darüber hinwegzutäuschen, dass er mit jedem Schritt aufs Grün grosse Ziele verfolgt: «Ich möchte im Herren-Ranking unter die Top 3 kommen und im World Amateur Golf Ranking so schnell wie möglich in die Top 600 aufsteigen.» Und dann? Denis Hicks schmunzelt. «Irgendwann will ich eines der Masters-Turniere gewinnen.»

Bild: Luca Bützberger
