2025, Alte Kanti, Menschen, Sage & Schreibe Nr.41

Auf den Spuren einer Globetrotterin

Verabschiedung von Andrea Kaltenrieder

Von Monika Bauder, Englischlehrerin

«We travel not to escape life, but for life not to escape us.»
(anonymous)

Logbook

Erste Spuren: Stellvertretung für Frischi
(H. Frischknecht)
Persönliche Detours: Lehrerinnenaustausch mit Poquoson Highschool (VA, USA), Schuljahr 1992–93
Intensivweiterbildungen in Australien und Neuseeland
Langstrecke: Unterricht im Fach Englisch, 1991–2026 Bildungsreisen mit Jugendlichen: Kulturreisen nach Dublin und Manchester
mehrwöchiger Austausch mit Poquoson High School, USA
zweiwöchige Sprachreisen nach Canterbury
Mittelstrecke: Unterricht im Akzentfach moderne Sprachen Geschäftsreisen: Fachschafts-Co-Leitung, 8 Jahre
Praktikabetreuungen PH / Mentorate für neue Lehrpersonen
Co-Verantwortliche für die Betreuung der Lehrpersonen Immersion
Organisationskomitee Maienzugvorabend Beiz
Organisation Short Story Contest
Kurzstrecke: Unterricht im Fach Französisch Diverse Ausflüge: Theater- und Kinobesuche
Grands Tours: Abteilungslehrerin während 28 Jahren Letzte Spuren an unserer Schule: 1. Semester 2025/26

Farewell
Liebe Andrea, Reisen war schon immer deine grosse Leidenschaft. Deshalb fasst das ‘logbook’ deine berufliche Karriere als grosses Reiseabenteuer sachlich und kurz zusammen; die Abenteuer und Herausforderungen, die Frustrationen, Freuden und Erfolge erfasst es nicht. Unzähligen Schülerinnen und Schülern hast du während deiner Karriere mit Freude und grossem Einsatz die englische Sprache und die Vielfalt der Kulturen und Literaturen der anglophonen Welt nähergebracht. Deine Reisen dorthin gaben dir immer neue Impulse und Inspiration. Die vielfältigen klassischen und modernen Lektüren, dein anschauliches Kommodenmodell der ‘tenses’ oder der Strubelaffe Charlie, der an deiner Seite dafür sorgte, dass niemand während des Unterrichts versucht war, Deutsch zu sprechen, werden deinen Klassen in bester Erinnerung bleiben.
Du hast an unserer Schule und besonders in der Englischfachschaft viele wichtige Spuren gelegt. Deshalb lassen wir dich ungern ziehen, warst du doch über die Fachschaft hinaus stets eine überaus kompetente, interessierte und hilfsbereite Kollegin. Deine Erfahrung und dein offenes, immer konstruktives Feedback wurden von uns allen sehr geschätzt. Besonders die zahlreichen Mentees und Studierenden, die du betreut hast, profitierten von deinen didaktischen Kompetenzen.
Ich persönlich habe das Glück, zu deinen langjährigen ‘travel companions’ zu gehören. Wir teilten uns den Aquariumraum 226, halfen einander aus, wenn Schlüssel, Bücher oder Adapter unauffindbar waren, haben Projektwochen gemeinsam durchgeführt, uns über Gelungenes miteinander gefreut und uns zusammen beim ‘pub crawl’ von den Strapazen der Lagerleitung erholt. Wir haben begeistert an Wochenenden Ideen ausgeheckt, wie wir unseren Schützlingen literarische Werke, etwa Shakespeare’s Midsummer Night’s Dream, näherbringen könnten. Vollgekritzelte ‘Fresszettel’ aus der vordigitalen Zeit erinnern mich an unsere tolle Zusammenarbeit. Trotz unseres Status als ‘digital immigrants’ hast du inzwischen Gefallen gefunden an den neusten technologischen Unterrichtsmöglichkeiten. Der Austausch mit dir dazu war für mich sehr anregend. Auch beschwerlichere Arbeiten gingen mit dir zusammen leichter von der Hand: Unzählige Essays lasen wir uns gegenseitig vor und bewerteten sie gemeinsam. Wir besuchten uns gegenseitig bei mündlichen Prüfungen und unterstützten uns bei den Beurteilungen. Wir waren ein eingespieltes Team, an das ich mit Wehmut und Dankbarkeit zurückdenke.

… and the journey goes on!
Nun brichst du also bald auf zu neuen Ufern. ‘Itchy feet’ gehören zu dir. Dein Interesse an Sprachen begleitet dich in dieser neuen Etappe des Lebens. «Aprendamos español» lautet das Motto für die geplante Südamerika-Reise. «Buen viaje» wünsche ich dir – auch im Namen der Fachschaft. Und falls du es mal ruhiger haben möchtest, bleibt ja noch das von dir ebenfalls heiss geliebte ‘armchair travelling’ mit einem guten Buch.


Bild: Georg Hemme-Unger