Alle Artikel in: Sage & Schreibe Nr. 43

Zwiebeln schälen im Literaturhaus

Viel Arbeit für die Literaturpreis-Jury auch beim 4. Wedekind-Preis für junge Literatur. «Ich mache nicht mehr mit» hiess das Thema, und 80 Einsendungen aus der ganzen Deutschschweiz mussten begutachtet werden, bevor dann am Palmsonntag im prall ge-füllten Aargauer Literaturhaus Lenzburg die besten der sechs Finaltexte bestimmt wer-den konnten.

Von Andreas Neeser, Redaktionsleitung

Peng!

Von Mia Marfurt, G23B Druck erzeugt Widerstand und Druck erzeugt Risse. Und manchmal erzeugt Druck etwas Wunderbares: einen Knall, eine Wolke aus Dampf – und das weichste, luftigste Ding, das die Küche zu bieten hat: Popcorn. Und das aus einer Handvoll unscheinbarer Maiskörner. Popcorn ist im Grunde das Resultat einer kleinen Explosion. Denn im Inneren eines jeden Maiskorns steckt ein winziger Tropfen Wasser, eingeschlossen von einer harten Schale. Erhitzt man das Korn, verwandelt sich das Wasser in Dampf. Dadurch steigt der Druck im Inneren, bis er fast viermal so gross ist wie der eines Autoreifens. Wenn die Schale das nicht mehr aushält, macht es peng. Was eben noch ein hartes, gelbes, unbewegliches Korn war, stülpt sich nach aussen und wird zu etwas Weissem, Zartem. Popcorn. Das Verrückte daran: Man muss die leckeren Dinger gar nicht sehen, um von ihrer Produktion zu wissen. Jedenfalls nicht an der Alten Kanti. Der Geruch reicht. Denn irgendwo in einem Gebäude, irgendwo hinter einer geschlossenen Tür läuft immer eine Mikrowelle. Und plötzlich riecht der ganze Gang nach Popcorn. Gleiches passiert …

Druckpunkt für Druckpunkt

Stress, Leistungsdruck, Verspannungen – das gehört für viele längst zum Alltag. Im Stu-dio für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) in Aarau legt man den Finger auf die Problempunkte, buchstäblich: Akupressur ist Teil eines komplexen Behandlungssystems traditioneller chinesischer Medizin. Wir wollten wissen, wie Akupressur funktioniert und was der Druck auf die «wunden Punkte» bewirkt.
Von Denny Hofmann und Mirco Manco, G23B

‹Ihr seid stark!›

Leistungsdruck und Schulstress gehören seit geraumer Zeit zu den grössten psychischen Belastungen der Schweizer Jugend. Und die Jugendstudie von Pro Juventute zeigt: Der Druck nimmt weiter zu. Sind heutige Jugendliche also weniger resilient gegenüber Druck als frühere Generationen? Oder hat sich die gesellschaftliche Realität stark verändert?

Von Adriana Vieira Machado und Phoebe Grütter, G23B

Doppelter Druck

Druck gehört für ihn zum Alltag. Nicht der Druck von Terminen oder Deadlines, sondern jener, der mit jedem Meter unter der Wasseroberfläche zunimmt. Und doch ist der Wasserdruck nicht die grösste Herausforderung für den 54-jährigen Spit-zen-Freitaucher Peter Colat.

Von Carla-Julie Brandenberger und Sara Lea Küng, G23B

‹Das Wetter ist keine exakte Wissenschaft›

Sonne im Hochdruckgebiet – Regen im Tiefdruckgebiet. Drucklagen bestimmen unser Wetter. Aber wie kommt das genau zustande, und wie werden Wettervorhersagen ge-macht? – Wir sind mit Simon Eschle, einem der Meteorologen von Schweizer Radio und Fernsehen SRF auf das wohl berühmteste Dach der Schweiz gestiegen und haben nach-gefragt.

Von Lynn Chakaï, Yumiko Huguenin-Dumittan und Alyssa Seiler, G23B

Alltag in Indien

Von Zahra Ali, G25L Wenn Menschen an Indien denken, fällt ihnen oft zuerst der Taj Mahal ein. Er ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Indiens, gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als Symbol der Liebe, da er von Kaiser Shah Jahan für seine Frau Mumtaz Mahal erbaut wurde. Mir kommt jedoch etwas ganz anderes in den Sinn, wenn ich an Indien denke: der ganz gewöhnliche Alltag. Das tägliche Leben in Indien unterscheidet sich stark vom Leben in Europa. Ich bin in Vadodara, das auch Baroda genannt wird, im Bundesstaat Gujarat, geboren und dort aufgewachsen. Baroda ist der frühere Name der Stadt aus der Zeit der britischen Kolonialherrschaft, während Vadodara heute der offizielle Name ist. Im November 2016 bin ich mit meiner Familie erst nach Frankreich und danach im Mai 2021 in die Schweiz gezogen. Der Grund war der Arbeitgeber meines Vaters, der ihn nach Europa versetzte. Die Menschen stehen in Indien oft sehr früh auf. Der Milchmann kommt bereits zwischen 6:30 und 7:30 Uhr morgens und liefert frische Milch in kleinen Plastikbeuteln direkt vor die Haustür. Das …

Das Kreuz mit dem digitalen Fussabdruck

Von Seraina Graber und Yumiko Huguenin-Dumittan, G23B Die Digitalisierung macht unseren Alltag einfacher – und gleichzeitig durchschaubarer. Jede Suchanfrage, jede App und jeder Onlinekauf hinterlässt Spuren und vergrössert unseren digitalen Fussabdruck. Genau hier setzt die Arbeit des Datenschutzes an: Er soll sicherstellen, dass die Daten der Bevölkerung nicht in falsche Hände geraten. Im Interview erläutert Dr. Dominika Blonski, Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich, weshalb Datenschutz heute weit mehr ist als ein technisches Thema. 1. Was genau sind die Aufgaben einer Datenschutzbeauftragten? Die Aufgaben der Datenschutzbeauftragten sind im kantonalen Gesetz über die Information und den Datenschutz (IDG) gesetzlich verankert: – Beratung und Unterstützung: Die Datenschutzbeauftragte unterstützt und berät die öffentlichen Organe in Fragen des Datenschutzes. Dazu gehört auch, dass die Datenschutzbeauftragte neue Datenbearbeitungen, die für die Grundrechte der betroffenen Personen in der Bevölkerung ein besonderes Risiko mit sich bringen, beurteilt und die öffentlichen Organe bei der Einführung unterstützt. – Beratung von Privatpersonen: Die Datenschutzbeauftragte berät Privatpersonen über ihre Rechte und zeigt ihnen auf, wie sie ihre Ansprüche gegenüber öffentlichen Organen im Kanton Zürich geltend machen können. – …

Neue Verlockungen

Robert Mössinger ging schon als Schüler an der Alten Kanti ein und aus, und sein Wunsch, Oboist zu werden, wurde denn auch an dieser Schule geboren: Seine ersten Erfahrungen mit der Oboe machte er im Orchester bei Felix Forrer; die Kammermusik mit der Blockflöte bei Sabine Kaipainen und die spannenden Chorprojekte und Musik-Kurse bei Janos Tamas nährten seinen Traum, selbst auch Musiker zu werden.

Von Thomas Hunziker, Lehrer für Klarinette

Einer, der Spuren hinterlässt

Nach über 25 Jahren an der Alten Kanti ging Francesco Mugheddu mit Beginn der Sportferien in Pension. Mit ihm verabschiedete die Schule einen engagierten Geschichts- und Italienischlehrer, der es auf ganz natürliche Art und Weise verstand, sowohl seine Schülerschaft als auch sein Kollegium zu begeistern. Denn Francesco war un mostro auf verschiedensten Ebenen.

Von Larissa Ostgen, Italienischlehrerin

On the road

«von unterwegs gesendet in entsprechender kürze und orthographie – sent from the road – where the pavement ends – please excuse brevity and spelling»
Dieser Satz, am Ende so mancher E-Mail von Hannes Giger zu lesen, lässt schon einige der zahlreichen Facetten des nicht nur an der Alten Kanti sehr geschätzten Musikers anklingen.

Von Stefan Läderach

88 Tasten, unzählige Begegnungen

Wer das Unterrichtszimmer von Daniel Woodtli betritt, trifft auf einen Lehrer, der mit ruhiger Stimme spricht, aufmerksam zuhört und scheinbar mühelos zwischen Mozart, Beethoven, Einaudi und den musikalischen Vorlieben seiner Schülerinnen und Schüler navigiert. Da ist einer mit Engagement und viel Fachwissen am Werk. Umso erstaunlicher vielleicht, dass sein eigener Weg zum Klavier nicht aus purer Leidenschaft begann.

Von Mathias Trottmann, Vorstand Fachschaft Instrumentalmusik

Und ich brenne

Grace war in der Küche. Der Braten brutzelte vor sich hin, während sie sich gedankenverloren den gewölbten Bauch streichelte. Sie gähnte, stützte sich auf die Spüle.
Die Haustür wurde geöffnet. Einige Sekunden später betrat ihr Mann die Küche.

Von Martina Pederiva

Reformen über Reformen

Im Gymnasium wird gerade die Maturität reformiert, in der Wirtschafts- und Informatikmittelschule sind tiefgreifende Änderungen bereits beschlossen. In der Berufsmaturität und in der WMS ändert die gesamte Ausbildung im Rahmen der kaufmännischen Grundbildung. Eine Übersicht.

Von Cyrill Engeli, Prorektor

Bibliotheken unter Druck

Wer erinnert sich nicht an die Lesestunden mit Anne Frank in der Prinsengracht 263. Wer war nicht überzeugt, die Bildungsstätte Hogwarts habe die eigenen magischen Fähigkeiten verbessert. Zwei Bücher, viele (Jugend-)Erinnerungen. Aber nicht für alle. Denn beide Titel stehen auf der Liste der «Banned Books», die Schulbibliotheken in gewissen Staaten Nordamerikas vorschreibt, wie der Medienbestand auszusehen hat. Doch nicht nur dort, auch andernorts gilt es, (junge) Menschen vor angeblich verstörenden Inhalten zu bewahren. Die Liste umfasst mittlerweile rund 25’000 Titel. Im Blick sind insbesondere Themen wie Queerness, Geschlechtergerechtigkeit oder Sexualität.

Von Caroline Süess, stellvertretende Leiterin Medienzentrum

Druck, gedruckt

Der Anfang einer Illustration ist meist unspektakulär: Graphit auf Papier. Ein erster Druck der Bleistiftspitze auf eine weisse Fläche. Ein erster Eindruck. Vielleicht sogar: eine Vision.
Danach beginnt das Sandwich.

Notizen aus dem Leben einer Illustratorin

Von Anna Deér, Lehrerin für Bildnerisches Gestalten und Illustratorin