2019, Aus aller Welt, dies&das, Kolumne, Sage & Schreibe online!, Sage&Schreibe Nr. 29

China – 1 Land, 4 Regionen, 4 Küchen

China ist ein Land mit langer Geschichte und Tradition, wenn es ums Essen und um Essgewohnheiten geht. Es gibt viele verschiedene Regeln und Bräuche, wie anständig gegessen wird. Grundsätzlich wird das Essen nicht jedem Einzelnen auf einem eigenen Teller serviert, sondern alles wird auf den Tisch gelegt, sodass jeder das essen kann, was er will.

Da China so ein grosses Land ist, gibt es sehr grosse Unterschiede bezüglich der regionaler Küche. Generell wird zwischen vier Regionen unterschieden immer nach der Himmelsrichtung: Peking (Beijing) im Norden, Kanton (Guangzhou) im Süden, Shanghai im Osten und Szechuan (Sichuan) im Westen.

Im Norden essen die Menschen vor allem Getreideprodukte. Am Morgen essen sie Mantou , Baozi und Nudeln. Mantou ist mehr oder weniger gedämpftes Brot, und Baozi sind Mantou mit Füllung. Dabei gibt es Schweinefleischfüllung, Rindfleischfüllung, Schaffleischfüllung und vegetarische Füllung. Dazu kommt noch verschiedenes Gemüse. Irgendeine Füllung wird wohl jeder mögen. Am Mittag und Abend essen sie verschiedene Nudeln, gebraten oder gekocht, dazu noch verschiedenste Sorten von Gemüse und Fleisch.

Im Süden hingegen ist das Hauptnahrungsmittel Reis; auch werden viele Gemüse und Früchte angebaut, dazu wird Vieh gehalten. Dies deshalb, weil im Süden Chinas mildes Wetter herrscht und viele Flüsse durch das Land fliessen. Dazu kommt, dass Guangzhou am Meer liegt, wodurch in der kantonesischen Küche bei fast jeder Mahlzeit Meeresfrüchte enthalten sind. Auch ist die kantonesiche Küche bekannt für die vielen Kochmethoden. Diese beinhalten braten, sieden und dämpfen. Reis-Congee, eine Art Reissuppe, ist ein bekanntes Gericht, welches aus Südchina stammt und jetzt in ganz China verbreitet ist.

Im Osten Chinas essen die Leute sowohl Reis als auch Getreideprodukte. Da das Wetter perfekt für Landwirtschaft ist und der Yangtze (Changjiang) eine grosse Menge Wasser für die Bewässerung liefert, wird dort im Vergleich zu den anderen Regionen am meisten Reis angebaut. So viel, dass schon früh aus dem Reis Wein oder Desserts gemacht wurden. Typisch für ostchinesisches Essen ist das sogenannte Rote Kochen. Es ist eine Kochmethode, bei der Soja-Sauce zum Würzen gebraucht wird. Dies resultiert in einer dunkelroten Farbe. Ausserdem wird noch eine Menge Zucker dazugegeben, was dem Essen einen süssen Geschmack gibt. Wie in Guangzhou, hat auch der Osten Chinas Zugang zum Meer, weshalb Meeresfrüchte nicht aussergewöhnlich sind.

Sichuan liegt zwischen hohen Bergen, weshalb es lange Zeit vom restlichen China abgeschottet war. Dank des warmen und feuchten Klimas gibt es in Sichuan viel Landwirtschaft. Da es aber nicht wie Guangzhou oder Shanghai am Meer liegt, werden dort traditionell keine Meeresfrüchte gegessen. Sichuan ist dafür bekannt für scharfes Essen, da die Menschen dort glauben, dass scharfes Essen beim Schwitzen hilft und das Schwitzen sowohl den Körper kühlt als auch Gifte ausscheidet. Im Gegensatz zu anderen Küchen benutzen die Menschen in Sichuan wegen des feuchten Klimas Techniken, mit den das Essen länger haltbar gemacht werden kann,. Salzen, trocknen, räuchern und pöckeln sind beliebte Methoden dafür.

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Von Gibil Gasser, G1L