Eine Reportage über den Hausdienst der Alten Kanti
‹Der Drucker im unteren Stock ist schon wieder kaputt!›, ruft ein Lehrer im Vorbeigehen, bevor er im Lift verschwindet und sich die Türen vor ihm schliessen. Solche impliziten Hinweise und Bemerkungen gehören zum Alltag von Beat Spillmann, dem langjährigen Leiter des Hausdienstes der Alten Kanti. Doch nebst den Druckerreparaturen gehört noch so manch anderes zu seiner Arbeit. Zusammen mit seinem Team, bestehend aus drei Hauswarten, einem Gärtner, einem technischen Supporter, zwei Lernenden im Beruf Fachmann/Fachfrau Betriebsunterhalt und den Reinigungskräften, sorgt er dafür, dass an unserer Schule alles reibungslos abläuft.
Als Leiter des Hausdienstes kümmert sich Herr Spillmann um die Personalführung und koordiniert die Erledigung der anfallenden Arbeiten. Aber auch die Raum- vermietung, die Planung der verschiedenen Anlässe der AKSA und der Gebäudeunterhalt gehören zu seinen Auf- gaben. Insgesamt sechs Gebäude müssen in Stand gehalten werden: Das nach dem berühmten Physiker Albert Einstein benannte Hauptgebäude, das von den Schülern liebevoll als ‹Aquarium› bezeichnete Paul Karrer-Haus, das Janos Tamas-Musikhaus, das Frank Wedekind-Haus mit den Kunstateliers, der Mensa und dem Medienzentrum, das Haeny-Gebäude und die IT-Räumlichkeiten werden gewartet und gereinigt. Ausserdem fällt auch der Park mit den Grünanlagen in den Zuständigkeitsbereich des Hausdienstes. Dort für Sauberkeit und Ordnung zu sorgen, kann eine mühsame Arbeit sein, denn sehr zum Leidwesen des Personals werden die Anlagen vor allem an den Abenden und an den Wochenenden oft mit Partyzonen verwechselt. Statt Blumen und schönem Rasen findet man dann am nächsten Morgen verstreuten Abfall, Scherben und anderen Unrat vor.
Nebst all diesen Räumlichkeiten besitzt die AKSA aber auch viele Orte, die den Blicken der meisten Besucher entgehen. Die Lehrerbibliothek im Dachstock oder die Sternwarte im Einstein-Gebäude sind Beispiele für diese verborgenen ‹Backstage-Bereiche› der Schule.
Digitale Überwachung
Beat Spillmann ist aber nicht nur für die Koordinierung der Arbeiten zuständig. In seinem Büro stehen zwei Computer, das Mobiltelefon ist in ständiger Bereitschaft. Die Technik gehört zu seinem Beruf dazu, denn nebst Wartungen von Heizungs- oder Lüftungsanlagen und dem Überprüfen der Funktionsfähigkeit von Brandmeldeanlagen, Brandschutztüren und weiteren Sicherheitssystemen sind heutzutage auch IT-Fähigkeiten gefragt. Die Öffnung und Schliessung der Eingangstüren zu den Gebäuden werden elektronisch über eine Software gesteuert und täglich muss kontrolliert werden, ob sie im Ernstfall auch richtig funktionieren würden. Ausserdem sind alle Gebäude mit einem sogenannten Gebäudeleitsystem verbunden. Hier werden alle technischen Störungen zusammengefasst und wichtige Alarme sofort per E-Mail oder SMS an die Mitarbeitenden des Hausdienstes übermittelt. Dadurch kann auch in der Nacht oder an den Wochenenden auf Störungen reagiert werden.
Bevor am Morgen die ersten Schülerinnen und Schüler die Gebäude betreten, nachdem die letzten am Abend nach Hause gehen und sogar während der Schulferien sind die Mitarbeiter des Hausdienstes im Einsatz.
In den Frühlingsferien sind zusätzlich auch einige Schüler am Werk. Sie führen zusammen mit den Angestellten den alljährlichen Frühjahrsputz durch und können so ihr Taschengeld aufpolieren. Sonst wird die meiste Arbeit des Hausdienstes verborgen vor den Blicken der andern verrichtet. Dass das gesamte Gelände und die Schulzimmer jeden Tag sauber und aufgeräumt sind, scheint das Werk einer Horde Heinzelmännchen zu sein.
So machen defekte Drucker tatsächlich nur den kleinsten Teil der vielfältigen Arbeit des Hausdienstes aus. Und doch können wir mit der Gewissheit ins Klassenzimmer gehen, dass der Drucker im unteren Stockwerk sicher schon bald wieder funktionieren wird.
Delia Hottinger und Nadja Herren, G3A
