Ein altes spanisches Sprichwort lautet: Wo es Wasser hat, ist Reichtum, und wo nicht: Armut. Unter diesem Motto fand der Austausch zwischen der 4. Klasse Schwerpunktfach Spanisch der Alten Kantonsschule und dem Colegio Suizo de Madrid statt. Zwei Wochen lang stand alles im Zeichen des Themas Wasser, das die Schülerinnen und Schüler aus beiden Ländern auf spannende und lehrreiche Weise erkundeten.
Von Fabienne Cherrez und Renate Niggler-Müri, Spanischlehrerinnen
Der Austausch begann in der Schweiz: Die spanischen Gäste waren begeistert vom Wasser in Form von Schnee auf dem Säntis, im Naturama lernten sie mehr über die Renaturierung des Aarelaufs und das Leben in den beeindruckenden Biberbauten. Besonders gemeinschaftsfördernd war die kurze Wanderung an den Hallwilersee mit abschliessendem traditionell schweizerischem Bräteln.
Aarau und Madrid – zwei Städte am Wasser
Beim Gegenbesuch in Spanien lernten die Schweizer Jugendlichen eine ganz andere Perspektive kennen. In Madrid erfuhren sie, dass nicht nur Aarau, sondern auch Madrid seinen Namen dem Wasser verdankt. Er stammt aus dem arabischen Mayrit, zusammengesetzt aus Mayra und dem Suffix it. Mayra bedeutet Kanalisierung des Wassers, und it bezeichnet einen Ort. Madrid ist also ursprünglich der Ort, wo das Wasser (des Flusses Manzanares) kanalisiert wird.
In Madrid illustrierten eine Bilderausstellung und ein abwechslungsreicher Spaziergang entlang des Manzanares die Wichtigkeit des Wassers sowohl in einer Grossstadt als auch in einer Provinzstadt.
Wasser verbindet
Nebst den Ausflügen stand die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema Wasser im Zentrum. Mit Hilfe von selbst durchgeführten Umfragen befassten sich die schulübergreifenden Gruppen mit verschiedenen Aspekten unseres Umgangs mit Wasser und analysierten die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der jeweiligen Fremdsprache. Zum Abschluss präsentierten sie, was sie herausgefunden hatten. So wurde beispielsweise deutlich, dass der Schutz des Wassers eine gemeinsame Aufgabe ist – über Ländergrenzen hinweg.
Am Ende waren sich alle einig: Wasser verbindet. Es fliesst durch Landschaften, durch Länder – und verbindet jetzt auch die Herzen von Jugendlichen aus der Schweiz und Spanien.
Stimmen von Schülerinnen der Alten Kanti zur Austauschwoche
«Mein erstes Mal Madrid werde ich so schnell nicht vergessen. In der Nähe der Plaza del Sol erlebten wir die spanische Hauptstadt von ihrer besten Seite. Unsere Lehrerinnen führten uns mit ansteckender Begeisterung durch die belebten Strassen der Viertel, und wir genossen die vielfältige Küche der Stadt. Allerdings konnte ich mich in der kurzen Zeit nicht an die späten Essenszeiten gewöhnen. Dafür hatten wir endlich die Möglichkeit, unsere sprachlichen Kenntnisse unter Beweis zu stellen.»
Hannah Marlene Medhurst, G22L
«Für mich persönlich war die ganze Woche in Madrid ein Highlight. Wir besuchten fast jede Ecke der Stadt und erfuhren viel über das heutige, aber auch das historische Madrid. Es war toll, dass wir das zuvor im Unterricht Erarbeitete auch anwenden konnten – zum Beispiel beim Besuch der Casa de Lope de Vega, dessen Gedichte wir zuvor analysiert hatten.»
Lia Maier, G22D
«Dank der Offenheit der Schülerinnen und Schüler aus Madrid erfuhr ich nicht nur Geheimtipps für Madrid, sondern hatte auch die Möglichkeit, schulische Vergleiche zur Alten Kanti zu ziehen. Der wahrscheinlich grösste Unterschied liegt darin, dass die Schülerinnen und Schüler des Colegio Suizo vom Kindergarten bis zur Matura dieselbe Schule besuchen. Dies führt zu weniger Neuanfängen, aber zu engeren Freundschaften.»
Julie Zimmermann, G22H

Bild: zVg

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Hannah Marlene Medhurst

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Lia Maier

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Julie Zimmermann
