2020, Alte Kanti, Menschen, Sage & Schreibe Nr. 31, Verabschiedung

Freiraum statt Vorzimmer

Zur Pensionierung von Antonietta Müller

Eine gewichtige Veränderung im Vorzimmer des Rektorats: Antonietta Müller, die «rechte Hand» des Schulleiters, ging Ende September vorzeitig in Pension.

Das Fricktal ist für die Alte Kanti ein wichtiger Kantonsteil. Von dort kam schon immer viel Gutes. Dazu gehört auch Antonietta Müller, bis September Rektoratsassistentin an unserer Schule. Sie ist zwar eine Basler Landschäftlerin und hat die Matur am Gymnasium Liestal gemacht. Zu Hause ist sie aber seit vielen Jahren in Obermumpf, und deshalb führte sie ihr recht langer Arbeitsweg jeweils von Montag bis Donnerstag über die Staffelegg zu uns nach Aarau. Bei ihrem Arbeitspensum von 80% hatte sie am Freitag frei. Was aber gar nicht stimmte. Ihr sogenannter Freitag war nämlich für sie ein strenger Haushaltstag. Sie wird es sicher als Erleichterung empfinden, wenn sie künftig ihre Einsätze für Ehemann, Familie, Haus und Garten auf die ganze Woche verteilen kann. Es werden sich hoffentlich Freiräume öffnen für Hobbys – und vor allem für die Reisen zusammen mit ihrem Mann, auf die sich Antonietta schon lange gefreut hat. Es ist möglich, dass dann beim einen oder anderen Match des FC Basel die beiden Abo-Plätze von Herrn und Frau Müller aus Obermumpf auf der Tribüne des Stadions St. Jakob-Park leer bleiben.

Antonietta Müller wechselte vor etwas mehr als drei Jahren vom Schulsekretariat Frick an die Alte Kanti und übernahm hier als Nachfolgerin von Anita Baltzer die Aufgaben einer persönlichen Assistentin. Neben Arbeiten, die in verschiedener Hinsicht meiner Unterstützung und Entlastung dienten, beinhaltete die Stelle vor allem das anspruchsvolle Ressort der organisatorischen und administrativen Aufgaben im Personalwesen Lehrpersonen. Auf der Basis ihrer einschlägigen beruflichen Erfahrungen aus ihrer Zeit in Frick, aber auch dank ihres breiten Kompetenzenspektrums gelang Antonietta Müller der Einstieg in die neue Stelle sehr gut und erstaunlich rasch. Ihr freundliches, offenes Wesen und ihre kommunikativen Stärken ermöglichten unkomplizierte Kontakte und Begegnungen zwischen ihr und den Lehrpersonen, mit denen sie, bedingt durch ihr Aufgabenfeld, täglich und bezüglich vieler und verschiedener Arbeitsanlässe zu tun hatte.

Antonietta Müller war auch zuständig für die Anstellungsverträge und das gesamte Lohnwesen mit seinen verschiedenen arbeitsintensiven Facetten. Sie hat Anstellungsverfahren organisiert und neue Lehrpersonen bei ihrem Stellenantritt unterstützt. Sie hat Urlaube und Absenzen der Lehrpersonen administriert und Stellvertretungen organisiert, die in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen immer häufiger notwendig wurden. Zu ihren Aufgaben gehörten weiter die Administration der Mitarbeitendengespräche und der Selbstdeklaration der Lehrpersonen bezüglich Jahresarbeitszeit sowie die Erstellung von Arbeitszeugnissen. Antonietta Müller war schliesslich ganz allgemein Anlaufstelle für die Lehrpersonen bei allerlei Fragen und Problemen und hat für mich Termine organisiert und Telefonanrufe getätigt oder entgegengenommen.

Um all dies und noch vieles mehr – die eben erfolgte Aufzählung ist sehr fragmentarisch – bewältigen zu können, waren sowohl eine hohe Arbeitsdisziplin als auch eine tüchtige Portion Spontaneität nötig. Über all dies verfügt Antonietta Müller in hohem Mass. Nicht vergessen werden dürfen aber auch ihre grossen sprachlichen Fähigkeiten. Diese waren für die Erstellung der zahlreichen schriftlichen Dokumente sehr wichtig und ausgesprochen hilfreich.

Möge Antonietta Müller auch über ihr Berufsleben hinaus Lebensfreude und Elan ausstrahlen und bei bester Gesundheit viele schöne Stunden im Kreis ihrer Familie und Freunde geniessen dürfen.
Ich wünsche es ihr von Herzen!

Von Martin Burkard, Rektor der Alten Kanti a. D.