Zweimal im Jahr erscheint sage&schreibe, das Magazin der Alten Kanti Aarau. Für den Premiumdruck sorgt seit 2013 die Druckerei AG Suhr. Wir wollten wissen, wie aus unse-ren Druckdaten das fertige Produkt wird, und liessen uns die einzelnen Etappen dieses spannenden Prozesses vor Ort zeigen.
Von Carla-Julie Brandenberger und Georg Hemme-Unger, G23B
Das Unternehmen ist ein Haus mit 70-jähriger Geschichte. Gar noch älter sind einzelne Ausstellungsstücke im Empfangsbereich des Suhrer Betriebs, die auf die lange Tradition des Druckens verweisen: schwere, mechanische Druckmaschinen, die ihre Diensttage offensichtlich längst hinter sich haben. Sie erinnern daran, was hier schon alles entstanden ist. Immer wieder wurde der Betrieb über die Jahrzehnte erweitert, ein Anbau steht für die Planung und Gestaltung zur Verfügung, ein anderer für die Produktion.
Die Druckvorbereitung
Tobias Zaugg, der Geschäftsleiter, und Thomas Stäuble, als Techno-Polygraph für die Produktionsabläufe verantwortlich, begrüssen uns und führen uns direkt in den Büro-Anbau. Hier beginnt jeder Auftrag – auch der von sage&schreibe: die elektronisch übermittelten Druckdaten kontrollieren, allenfalls letzte Korrekturanweisungen des Grafikers einarbeiten. Dann wird der eigentliche Druck vorbereitet. Es werden die Maschinen eingestellt, die Farben abgestimmt, die Papierbögen eingelegt, Testdrucke gemacht. «Diese Vorbereitungen sind zentral», sagt Tobias Zaugg. «Denn Fehldrucke sind nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer.»
Wo es nach Farbe riecht
Wir folgen Tobias Zaugg und Thomas Stäuble durch eine grosse Tür in den Produktionsanbau – und wir sind in einer anderen Welt. Es riecht nach Farbe, ein lautes, gleichmässiges Takten ist zu hören, und die Maschinen, die hier stehen, sind gewaltig. Meterlange, vollautomatische Drucker stehen hier, welche im Gegensatz zu Haushaltsdruckern mit flüssiger Farbe arbeiten.
Hier also wird das Magazin der Alten Kanti jeweils gedruckt, Bogen für Bogen, Seite für Seite. Durch mehrere einzelne Druckwerke läuft das Papier. «Denn im industriellen Druck wird jede Druckerfarbe einzeln aufgetragen», erklärt Zaugg. Es gibt also vier Druckwerke für die Grundfarben Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz.
Nach jedem Druckwerk wird mehr vom Inhalt der Publikation sichtbar, die vor unseren Augen gedruckt wird. Nicht anders wird das bei der kommenden Ausgabe von sage&schreibe sein.
«Papier hat seinen eigenen Kopf»
Und wie ist das eigentlich mit dem Papier? «Das Papier ist sehr wichtig», sagt Stäuble, «denn Drucken ist kein rein mechanischer Vorgang. Ein gutes Druckresultat hat immer auch mit der Qualität des Papiers zu tun. Und die sogenannte Laufrichtung muss stimmen. Übrigens: Viele wissen nicht, dass Papier launisch ist. Papier hat seinen eigenen Kopf. Es reagiert nämlich auf Wärme, auf Kälte, auf Feuchtigkeit in der Luft. An einem trockenen Wintertag verhält es sich anders als an einem schwülen Augustnachmittag. Die Maschinen müssen auf diese Gegebenheiten eingestellt werden. Und auch das hier hilft», sagt Stäuble und weist auf eines der zahlreichen Klimageräte im Produktionsraum. Sie sollen die Luftfeuchtigkeit im Drucksaal möglichst stabil halten.
Damit das fertige Produkt dann auch bei jedem Leser und bei jeder Leserin gleich aussieht, egal, ob jemand das zuerst oder das zuletzt gedruckte Exemplar in der Hand hält, wird die Farbqualität während des Druckprozesses laufend kontrolliert. Kalibrierte Bildschirme, einheitliches Licht, Stichproben. Der Aufwand, der betrieben wird, damit ein Heft am Ende so aussieht, wie geplant, ist erstaunlich gross.
Falzen, heften, versenden
Nach dem Druck aber ist noch lange nicht Schluss. Wir verlassen deshalb den Produktionsanbau und gehen wieder zurück in den alten Bau, wo es nach frisch geschnittenem Papier riecht. Hier werden die bedruckten Bögen gefalzt, die Seiten in die richtige Reihenfolge gebracht, geheftet und beschnitten.
Was jetzt noch fehlt, ist der Versand. «Auf Wunsch übernehmen wir auch dies», sagt Stäuble. «Der Auftraggeber lässt uns eine Adressdatei zukommen – und wir verpacken, adressieren und verschicken das Produkt.»
Eine Branche im Wandel
Auf dem Rückweg durch den alten Hauptteil des Gebäudes bleiben wir kurz vor einer der alten Druckmaschinen stehen. Sie steht da wie ein Denkmal, ehrwürdig, aus der Zeit gefallen. Die Branche hat sich verändert, das ist nicht zu übersehen. Manche Produkte, die früher zum Alltag gehörten, werden heute kaum noch bestellt. Dafür gibt es neue Aufträge: individuelle Verpackungen, digitale Medienprodukte.
Gedrucktes aber behält seinen Wert. Ein anspruchsvoll getextetes, professionell gestaltetes und nach den Regeln der Kunst auf hochwertiges Papier gedrucktes Heft wie das Magazin der Alten Kanti kann nicht einfach weggeklickt werden, sondern es hat auch einen haptischen Wert. Bringt man mithilfe moderner Technik Buchstaben, Bilder und Papier zu einem harmonischen Ganzen zusammen, entsteht etwas Bleibendes. In Suhr weiss man, wie das geht.
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Bild: Aldin Mehdi
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Bild: Aldin Mehdi
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Bild: Aldin Mehdi
Tobias Zaugg
Geschäftsleitung und Kundenberatung
Bild: zVg
Thomas Stäuble
Techno-Polygraf
Bild: zVg
