2025, dies&das, Klartext, Kolumne

Greenwashing deluxe

Von Lara Melissa Müller und Viviane Peter, G24L

Noch nie war es einfacher, ein Umweltengel zu sein. Ökologisches Tanken mit Shell, klimaneutral chatten mit Swisscom, und dank recycelten Adidas-Turnschuhen die Ozeane retten.
Unser Konsum ist die Lösung für die Umweltkrise. Transparenz und Nachhaltigkeit waren gestern.
Greenwashing ist dabei der neue Ablasshandel für unser gutes Gewissen.

Und wir Konsumentinnen und Konsumenten sind mitschuldig, dass sich die Greenwashing-Spirale immer schneller dreht. Lieber bleiben wir unwissend und vertrauen blind auf die neuen PR-Kampagnen, anstatt uns zu informieren und mit der Problematik der Umweltverschmutzung zu befassen. Mal ehrlich: Wer prüft schon, wie streng Klimagesetze oder Kriterien von Labels wirklich sind und ob Firmen uns nicht einfach nur Sand in die Augen streuen. Dankbar nehmen wir an, dass die Umweltverschmutzung durch Greenwashing bekämpft wird. Hauptsache, wir können fröhlich weiterkonsumieren.

Aber nicht nur wir sind schuld am nie endenden Klimarettungsmärchen: Shell verschweigt uns charmant, dass ökologisches Tanken genauso wirksam ist, wie mit einem Glas Wasser einen Waldbrand zu löschen. Bei Swisscom wird lieber Geld in Kompensationsprojekte gebuttert statt in die Reduktion ihrer eigenen CO2-Produktion. Und Adidas? Adidas verkauft uns Turnschuhe aus Ozeanplastik, damit wir vergessen, wie viel Plastik Adidas sonst noch produziert.
Die Umwelt? Gerettet.