2026, Alte Kanti, Bericht, Rollen, Sage & Schreibe Nr. 42

Gymnasium 27+ – die Reform nimmt Gestalt an

Von Marianne Deppeler, Prorektorin

Das Projekt WEGM (Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität) wurde vor gut sieben Jahren lanciert. Inzwischen ist es herangereift, vieles hat sich getan: Die Leitplanken aus dem neuen MAR / MAV (Maturitätsanerkennungsreglement respektive -verordnung) sowie der eidgenössische Lehrplanrahmen wurden und werden in eine kantonale Umsetzung übertragen, die im Kanton Aargau aus drei Teilprojekten – Stundentafel (TP 1), Lehrpläne (TP 2) und Maturitätsprüfungen (TP 3) – besteht. Die kantonale Stundentafel wurde im Mai 2025 genehmigt. Parallel dazu startete die kantonale Lehrplanarbeit für die Grundlagen- und Schwerpunktfächer sowie die kantonalen Lehrplanteile resp. Rahmenvorgaben für die Akzent- und Ergänzungsfächer und die Maturitätsarbeit. Engagierte Fach-Teams mit Lehrpersonen haben an den kantonalen Lehrplänen gefeilt und sie Ende November 2025 für die Validierung durch externe Expertinnen und Experten eingereicht. Die definitiven Lehrplanversionen werden nach dieser Validierungsschlaufe im Frühling 2026 vorliegen und dann den Weg zum Regierungsrat nehmen, der diese voraussichtlich im Herbst 2026 verabschieden wird.

Allgemeine Bildungsaspekte
Ein besonderes Augenmerk wurde bei diesen neuen Lehrplänen auf die sogenannten transversalen Bereiche gelegt, also auf allgemeinere Bildungsaspekte, die in allen Fachbereichen gefördert und ausgewiesen werden sollen. Es sind dies die Wissenschaftspropädeutik, die Digitalität, die Interdisziplinarität, die Bildung für nachhaltige Entwicklung und die Politische Bildung – Themenbereiche also, die einen wichtigen Beitrag zu einer umfassenden und zeitgemässen gymnasialen Reife leisten, die gemäss Artikel 6 des MAR die Maturandinnen und Maturanden auch «auf anspruchsvolle Aufgaben in der Gesellschaft» vorbereiten sollen.
Nach der Erarbeitung der Lehrpläne im TP 2 steht das Projektteam für TP 3 bereits in den Startblöcken. Es wird in diesem Teilprojekt darum gehen, die zukünftigen Maturitätsprüfungen zu konzipieren.

Das Gymnasium 27+ an der Alten Kanti
Die detaillierte Ausgestaltung der Akzent- und Ergänzungsfächer obliegt den Schulen. An der Alten Kanti werden ab dem Schuljahr 2027/28 insgesamt acht attraktive Akzentfächer in den Bereichen «Sprache, Kunst, Kultur», «Wirtschaft, Gesellschaft und Politik» sowie «MINT» zur Auswahl stehen. Diese Akzentfächer beherbergen auch verschiedene Projektmethoden und eine Projektarbeit, die auf die Maturitätsarbeit vorbereiten. Alle Akzentfächer sind interdisziplinär ausgerichtet, das heisst, es sind pro Akzentfach mindestens zwei Fächer involviert.
Im Schuljahr 2030/31, wenn der erste Jahrgang der Schülerinnen und Schüler im Gymnasium 27+ in die 4. Klasse eintreten wird, werden erstmals die neuen Ergänzungsfächer unterrichtet werden. Die bisherigen Ergänzungsfächer – verschiedene natur- und geisteswissenschaftliche Angebote sowie Sport – wird es weiterhin geben. Neu dazu kommen sprachliche Ergänzungsfächer (Englisch, Französisch und Italienisch) und eines im Bereich Theater.
Die schulische Lehrplanarbeit für die Akzent- und Ergänzungsfächer ist am Laufen und wird im Sommer abgeschlossen sein, sodass unsere zukünftigen Schülerinnen und Schüler rechtzeitig über das neue Angebot im Rahmen von Gymnasium 27+ der Alten Kanti informiert werden können.

Zu guter Letzt: Was basierend auf Reformen entsteht, soll nicht in der Schublade landen, sondern im Unterrichtsalltag gelebt werden. Wir sind überzeugt, bei uns an der Alten Kanti auch weiterhin ein überaus attraktives Bildungsangebot für die Schülerinnen und Schüler bereitzustellen. Mit den aufgezeigten Neuerungen wird es darüber hinaus gar noch zeitgemässer und knüpft noch stärker an die Lebenswelt der jungen Menschen an.