Von Thomas Hunziker, Lehrer für Klarinette
Robert Mössinger ging schon als Schüler an der Alten Kanti ein und aus, und sein Wunsch, Oboist zu werden, wurde denn auch an dieser Schule geboren: Seine ersten Erfahrungen mit der Oboe machte er im Orchester bei Felix Forrer; die Kammermusik mit der Blockflöte bei Sabine Kaipainen und die spannenden Chorprojekte und Musik-Kurse bei Janos Tamas nährten seinen Traum, selbst auch Musiker zu werden.
Wie prägend das Musikleben am Gymnasium für später sein sollte, erfuhr Robert auch ganz privat, lernte er doch seine Partnerin im Kantiorchester kennen.
Nach dem Oboen- und Blockflötenstudium in Zürich konnte er seine Begabung als Instrumentallehrer an diversen Musikschulen beweisen und machte sich als Oboist in diversen Orchestern und als Kammermusiker im Aargau und weit darüber hinaus einen Namen.
Als sein Vorgänger an der Alten Kanti, Renato Bizzotto, vor circa 20 Jahren nach China ins Orchester wechselte, konnte Robert sein Pensum übernehmen und immer wieder grosse Oboen-Klassen schaffen – sehr bewundernswert, wenn man bedenkt, wie selten die Oboe auch heute noch in Musikschulen unterrichtet wird.
Robert Mössinger gab seinen Schülerinnen und Schülern nicht nur das technische Rüstzeug fürs Spielen des Instrumentes mit auf den Weg, sondern motivierte sie auch, selbst in Orchestern wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Er brachte ihnen zudem unermüdlich die Basis für einen schönen Oboenklang bei: den Oboenrohrbau. Die separaten Oboenrohrbau-Workshops legten die Grundlagen dafür,, dass viele seiner ehemaligen Schülerinnen und Schüler auch Jahrzehnte später ihre Oboenmundstücke noch selbst bauen.
Das vielfältige Musikleben an der Alten Kanti unterstützte Robert tatkräftig, sei es durch seine Teilnahme an Musik-Projektwochen, an Aulakonzerten und bei diversen Auftritten des Kantiorchesters.
Robert hat den organisatorischen Spagat, zu dem Bläser wegenihren Kleinstpensen an diversen Schulen gezwungen sind, in erstaunlicher Weise hingekriegt. Sicher half ihm dabei, dass er nicht nur ein Oboen- sondern auch ein Blockflötenstudium absolviert hatte und so ein breiteres Berufsfeld beackern konnte.
Diese Flexibilität half ihm auch über den plötzlichen Verlust seines grössten Unterrichtsensums – an der Kanti Sursee – hinweg. Dort war nämlich aufgrund einer Volksabstimmung der Instrumentalunterricht vom Gymnasium an die Musikschulen delegiert worden, weshalb sämtliche Instrumentallehrpersonenauf einen Schlag ihre Anstellung verloren.
Neben seinem musikalischen Engagement entwickelte Robert Mössinger schon während seiner Zeit am Gymnasium eine grosse Begeisterung für Geschichte und Germanistik – massgeblich inspiriert von seinem damaligen Lehrer Heinrich Lüssy. Diese Leidenschaft will er nach seiner Pensionierung an der Alten Kanti wieder intensiver ausleben, hatte er sie doch wegen seiner Lehrtätigkeit lange Jahre vernachlässigen müssen. Dies bedeutet aber natürlich nicht, dass er seine Oboe an den Nagel hängen wird – ganz im Gegenteil, denn zu verlockend sind die Orchester-Engagements und musikalischen Abenteur, die auf ihn warten.
Im schnell getakteten Arbeitsumfeld zweifellos zu kurz gekommen ist Roberts Begeisterung für grosse Reisen um die Welt. Darauf freut er sich nun ganz besonders: Wenn die fixen Termine selten werden, öffnet sich ein weites Feld an Möglichkeiten, unbekannte Länder doch noch kennen zu lernen. Schon lnge träumt er von einer ausgedehnten Asientour, und er hat auch Pläne, Afrika zu bereisen. Aber auch im Hier und Jetzt eröffnen sich mit der Pensionierung neue (Wander-)Wege – zum Beispiel mit seinem Hund.
Wir von der Fachschaft Instrumentalunterricht wünschen dir, lieber Robert, einen guten Rutsch in deinen neuen Lebensabschnitt! Gute Gesundheit, weiter viel Freude an der Musik und am am Entdecken von Neuem. Du bleibst uns mit deiner besonnenen, ruhigen und offenen Art in bester Erinnerung!
