2019, Bericht, Kultur, Sage&Schreibe Nr. 29

Sieben Stücke, die den Abend versüssen

Die Sonne ist kurz davor, den Horizont zu streifen, sodass die reformierte Kirche in Buchs goldenen bestrahlt wird. Die Temperatur sinkt und die letzten Musikerinnen und Musiker betreten den hinteren Teil des Gebäudes, während die Besucher beim Haupteingang warten. Sinfoniekonzert der Alten Kanti. Eine genaue Ahnung von dem, was an diesem 24. März 2019 auf sie zukommt, haben die Zuhörerinnen und Zuhörer nicht. Das stört sie auch nicht, denn alle sind hier, um sich zu überraschen lassen. >

Adagio For Strings von Samuel Barber

Es ist kurz vor siebzehn Uhr. Die Kirchentüren öffnen sich und Menschen unterschiedlichen Alters strömen hinein. Etliche setzen sich ins Kirchenschiff, während andere die Treppen hochsteigen, um zur Empore zu gelangen. Ein gemütliches Murmeln erfüllt die Kirche.
Die Mitglieder des Holzbläserensembles der Alten Kantonsschule Aarau unter der Leitung von Walter Feldmann betreten den Raum. Alle positionieren sich in einem Halbkreis. Das Konzert beginnt mit dem schwungvollen Stück «That’s A Plenty» von Lew Pollack. Ein perfekter Einstieg.
Als nächstes spielt das Ensemble das Werk «Three Préludes» von George Gershwin, das aus zwei schnelleren Allegro-Teilen und einem ruhigeren Andante besteht.
Die Allegri sind sehr fröhlich und energiegeladen, wozu der Mittelpart einen sehr starken und interessanten Kontrast bildet. Am Ende des Stücks erschallt tosender Applaus.

Harmonien im Raum
Danach füllt sich die Bühne mit den Musikerinnen und Musikern des Streichorchesters, das von Stefan Läderach geleitet wird. Sie beginnen mit dem berühmten «Adagio for Strings op. 11» von Samuel Barber, einem langsamen Stück, dessen Harmonien den ganzen Saal füllen. Dann ändert sich die Stimmung abrupt. Das Orchester beginnt mit den Füssen zu stampfen und spielt den «Hoedown» von Geoffry Wharton, ein Stück amerikanischer Folkmusik von fröhlichem, ausgelassenem Charakter.

Perfekte Frühlingsmusik
Nun betritt das ebenfalls von Stefan Läderach geleitete Sinfonieorchester der Alten Kanti den Raum. Der Hauptteil besteht aus drei Stücken. Das erste Werk stammt vom tschechischen Komponisten Antonín Dvořák. Es ist der langsame Satz aus seiner Sinfonie «Aus der Neuen Welt», ein melancholisches Stück. Einige Teile sind sehr leise und zurückhaltend, während andere Teile laut und kraftvoll wirken – ein Effekt, der durch die verschobenen Einsätze der verschiedenen Register des Orchesters noch unterstrichen wird. Mehrfach ertönt das berühmte Englischhornsolo, gespielt von Mathieu Bitz am Saxophon.
Das nächste Stück ist die «Appalachian Spring Suite» von Aaron Copland. Die Assoziation «Frühling» passt perfekt zu dieser Musik, obwohl Copland bei «Spring» angeblich an eine Quelle gedacht hat. Das komplexe Werk beginnt leichtfüssig, im Mittelteil wird es jedoch träge und schwer. Als Kontrast dazu gibt es immer wieder tänzerische und fröhliche Stellen.
Das letzte Stück ist das berühmte Thema von Alan Silvestri aus dem Film «Forrest Gump». Ein schwungvolles, unterhaltendes Stück, bei dem alle Instrumente zum Strahlen kommen.
Das Konzert endet mit einer glücklichen Note, und der zufriedene Applaus des Publikums sagt mehr als tausend Worte.

Von Marigona Gervalla und Alina Pallikudiyil, G1L