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Der Traum vom FC Liverpool

Letzte Saison spielte er noch beim FC Baden in der 1. Liga, nun hat der Sportkantischüler Marco Thaler (1994) aus Wohlen AG den Sprung zum FC Aarau in die höchste Schweizer Fussballliga geschafft.

Marco Thaler besucht an der Alten Kanti Aarau die Klasse G5S und absolviert im Sommer die Maturaprüfungen. Seit dieser Saison spielt der Verteidiger in der ersten Mannschaft des FC Aarau und wurde zudem erstmals für die U-20 Nationalmannschaft aufgeboten.

Marco wollte schon immer Fussballer werden. Im Alter von vier Jahren verfolgte er zusammen mit seinem Vater erstmals eine Fussballweltmeisterschaft im Fernsehen mit, denn diese Sportart faszinierte ihn extrem. „Ich konnte nie einfach an einem Ball vorbeilaufen, ohne mit ihm zu spielen“, sagt Marco. Dies war mitunter ein Grund, weshalb er als Siebenjähriger in den FC Wohlen eintrat. Dort blieb er bis zur Stufe U-15, dann wechselte er in die U-16 nach Aarau, wo er die Stufen bis zur U-18 durchlief, bevor er beim FC Baden landete. In Baden konnte er zwei Jahre lang erste wichtige Erfahrungen im Aktivfussball sammeln. Dank der Zusammenarbeit der Fussballvereine Baden, Wohlen und Aarau war er immer auch ein wenig im Blickfeld des FC Aarau. Diesen Sommer wurde er schliesslich von den Aarauern unter Vertrag genommen. Von der 1. Liga direkt in die Super League – dies war für Marco Thaler ein sehr grosser Sprung. 4800 Zuschauer im Cupspiel gegen den FC Zürich bezeichnet er als Highlight beim FC Baden, nun spielt er in allen grossen Schweizer Fussballstadien regelmässig vor über 15 000 Zuschauern. „Daran musste ich mich zuerst gewöhnen, anfangs war ich schon ziemlich nervös. Doch es ist auch schön, gegen gute Mannschaften vor so vielen Zuschauern zu spielen.“ Die Nervosität hat Marco Thaler längst abgelegt. Er zeigt sehr gute Leistungen auf dem Platz und steht regelmässig in der Startaufstellung. Zur Belohnung für seine starken Auftritte wurde er für die U-20 Nationalmannschaft aufgeboten.

Nebst den sieben bis acht Trainings pro Woche wartet auch in der Schule eine Menge Arbeit auf ihn. Da die Trainings oft am Morgen stattfinden, muss er der Schule häufig fernbleiben und den verpassten Stoff aufarbeiten. Freizeit bleibt daher nicht mehr so viel übrig, trotzdem ist ihm der Kontakt mit der Familie, seiner Freundin und den Kollegen wichtig. Marco bezeichnet sich selbst als einen eher ruhigen Typ, mit dem man es sehr lustig haben kann. Er sei zwar sehr kritisch, aber auch offen für Neues. Er versucht selbst aus negativen Erlebnissen immer etwas zu lernen. „Ich spreche nie von Niederlagen, sondern immer von Erfahrungen“, meint er.

Wie seine Zukunft aussieht, steht in den Sternen. Marco würde gerne Jura studieren, doch er weiss noch nicht, ob sich dies mit dem Profifussball vereinbaren lässt. Sein grösster Traum ist es, einmal für den FC Liverpool auflaufen zu können, doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Beim FC Aarau hat er einen Vierjahresvertrag unterschrieben, ein Wechsel ins Ausland ist im Moment noch kein Thema, auch wenn er sich dies später durchaus vorstellen kann.

Zuerst möchte er sich aber in der Super League bestätigen, so viel wie möglich spielen und weiterhin gute Leistungen zeigen. Ziel des FC Aarau ist in dieser Saison in erster Linie der Ligaerhalt, zudem würde die Mannschaft im Schweizer Cup gerne einmal einen Final erreichen. Den Sprung in die Schweizer Super League hat Marco Thaler bereits geschafft, wer weiss, vielleicht folgt ja bald ein weiterer – in die englische Premier League zum FC Liverpool.

Fabienne Berner, G3L