Alle Artikel in: Porträt

Die Kunst der Berührung

In vielen Sportarten, aber auch im künstlerischen Bereich ist der Körperkontakt als besondere Form von Nähe zentral. Haut, Schweiss, Atem – wie fühlt sich solch extreme Nähe an? Wir haben den mehrfachen Kickbox-Weltmeister Rocco Cipriano, den «eidgenössischen» Schwinger Nick Alpiger und die Tänzerin und Choreographin Brigitta Luisa Merki getroffen und nach ihren Erfahrungen gefragt. Von Nick Häusler und Daut Limani, G19A Im Schwingen ist die Berührung während des Kampfes permanent vorhanden. Damit kennt sich der erfolgreiche Aargauer Schwinger Nick Alpiger bestens aus. Das gegenseitige Berühren beginnt im Schwingen aber bekanntlich schon vor dem Kampf – beim Händedruck, der schon einige Informationen über den Gegner liefert. Nick Alpiger begegnet jedem Gegner gleich, wenn er auch seine Taktik am Schwingstil des Kontrahenten ausrichten muss. Oder an dessen Grösse. Die Nähe im Kampf setzt ziemlich viel Masse in Begegnung, da wirken grosse physikalische Kräfte. Die Verletzungsgefahr schwingt deshalb immer mit. In den Gedanken eines Schwingers darf sie aber keinen grossen Platz einnehmen, denn die Angst vor Verletzungen wirkt sich negativ auf den Kampf aus. Zögerlich angesetzte Schwünge, Passivität …

«Wenn ich massiere, bin ich einfach locker»

Insbesondere Menschen mit Downsyndrom wird ein offener und herzlicher Umgang mit ihren Mitmenschen zugeschrieben. Der Aargauer Simon Federer ist da keine Ausnahme. Was ihn aber besonders macht: Als Masseur hat er eine besondere Art von Nähe zu seinem Beruf gemacht. Von Rahel Furrer und Regina Knüsel, G19A [Bild: Rahel Furrer] Um einen Interviewtermin mit Simon Federer zu vereinbaren, riefen wir ihn an und erhielten nach unserer Anfrage eine Einladung zu ihm nach Hause. Erfreut über diese unerwartete Gastfreundlichkeit, erkundigten wir uns nach der genauen Adresse, doch er bot uns an, uns direkt beim Bahnhof abzuholen. So erwartete uns in Turgi ein klein gewachsener Herr in schwarzem Mantel, der uns herzlich in Empfang nahm. Anschliessend führte er uns in seine Wohnung, in der er bereits seit einiger Zeit allein wohnt. Wir kamen sofort ins Gespräch und waren beeindruckt von seiner klaren Ausdrucksweise. An Formalitäten hielten wir uns nicht lange, schon bald wechselten wir zum Du, so dass das Gefühl aufkam, einander schon länger zu kennen. Simon Federers Wohnung zeugt von dem, was er in seinem Leben …

Portraits der Mitarbeitenden

Ein Beitrag zur Umsetzung unserer Leitsätze Unsere Mitarbeitenden: Ins Unterrichtsgeschehen sind sie nicht direkt invol- viert, doch im Hintergrund stellen sie Tag für Tag das reibungslose Funktio- nieren der Alten Kanti sicher. Ob im Sekretariat, im Park oder in den Kata- komben der Telli, ob in Labors, in Büros oder in unseren weitläufigen Gän- gen, ob in der Mediothek, in Dachstöcken oder in Haustechnikräumen: über- all wird geschaut, geplant, gelöst und umgesetzt. Handfest und konkret. Oft im Stillen und unbemerkt. Der Umsetzungsgruppe Leitsätze ist es ein Anliegen, allen Schulangehörigen einen Einblick in das Wirken unserer Mitarbeitenden zu bieten. Denn: Diese tragen wesentlich dazu bei, dass die Alte Kanti als nachhaltige, attraktive, verantwortungsbewusste und professionelle Schule wahrgenommen wird. Erfreulicherweise waren viele Mitarbeitende bereit, sich portraitieren zu lassen. Die Schülerinnen und Schüler der Abteilung G21A begleiteten sie bei der Arbeit und erfuhren im Gespräch mehr über ihre Tätigkeit an der Alten Kanti. Im Rahmen des Deutschunterrichts bei Simone Leuenberger entstand diese «Portraitgalerie». Herzlichen Dank an alle Beteiligten! Machen Sie sich selbst ein Bild von der Vielseitigkeit und …

«Das Leben ist kurz, deshalb darf es auch intensiv sein»

Ein Künstler-Atelier, ausgestattet mit verschiedensten Werkzeugen. An den Wänden hängen nebst Tiergeweihen Fotos von Landschaften und unendlichen Weiten – aus Grönland oder Patagonien. Eines ist darauf immer zu erkennen: ein Mann, der sich ein Ziel gesetzt hat. Sei es als Expeditionsführer in der Arktis oder als Gleitschirmpilot mit einer Gämse als Passagier im Arm – seine Lebensart bedeutet Risiko. – Wir befinden uns im Büro von Thomas Ulrich. Und was für uns auf den ersten Blick nach Risiko aussieht, ist in Wahrheit detaillierte Planung. Von Tatjana Gligorevic, Nick Häusler und Anna Piani, G19A [Bild: zVg] Es sind Selbständigkeit und Freiraum, die seinen Beruf ausmachen. Wie er sein Leben zu leben hat – das ist allein seine Sache. Ein ewiger Einzelgänger, der dafür sowohl Zuspruch als auch Kritik erntet. Thomas Ulrich tippt auf seine Uhr: «Ich wollte etwas finden, bei dem ich nicht ständig nachsehen muss, wann denn endlich Feierabend ist.» Der Vierundfünfzigjährige schloss eine Lehre als Zimmermann ab, die ihn aber nicht erfüllte. Er entdeckte seine Leidenschaft für die Fotografie und schlug damit den Weg …

Fremd und doch zuhause

Viktoria Dzhamgarova, Armenierin aus der Ukraine, und Suthasini Punithakumar, aus Sri Lanka, sind beide in die Schweiz ausgewandert. Sie erzählen, wie sie die Kultur ihrer Heimatländer hier leben und weitergeben. Von Paynavi Punithakumar und Valeria Tomassini, G19A [Bild: Paynavi Punithakumar & Valeria Tomassini] «Ich fühle mich zu 100 Prozent armenisch» Ich bin in Aserbaidschan geboren. Doch schon als ich vier Jahre alt war, musste ich mit meiner Familie in die Ukraine fliehen, da der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan ausbrach. Viele Menschen flüchteten in die Ukraine, unter anderem auch viele meiner Verwandten. Meine Ururgrosseltern kamen aus Armenien. Ihnen war ihre Herkunft und ihre Kultur sehr wichtig und sie gaben sie ihren Kindern weiter. Auch diese gaben die armenische Lebensart weiter, und so machten es auch meine Eltern. Obwohl wir in der Ukraine lebten, erzählten mir meine Eltern viel über die armenische Kultur. Wie die Menschen in Armenien zu allen, auch Fremden, offen sind und sie an ihre Tische einladen. Sie kochten mit mir armenische Gerichte, die immer mit vielen Kräutern gewürzt sind, und sie erzählten …

Lernen für das Klima

Es war das Buch «The Magic of Tidying-up», das Carla Opetnik den Anstoss für ihre besondere Lebensweise bot. Heute ist es Carla selbst, die ihre Mitmenschen «mit einer Prise Ungeduld» und grossem Engagement zum Nachdenken bewegen will, um die Welt ein Stück offener – grüner – zu machen. Ihre Leidenschaft vermittelt die Zürcher Studentin in zahlreichen Projekten wie «bonnieversum» oder «minimalwastezurich». Im Web-Interview bietet sie uns einen Einblick in eine alternative Welt –eine, welche die Bedeutung von Konsumverzicht thematisiert und den Begriff der «Nachhaltigkeit» in ein neues Licht rückt. Von Tatjana Gligorevic, Nick Häusler und Anna Piani, G19A [Bild: zVg] Carla Opetniks Tag beginnt mit einer Dusche. Dann die Velofahrt zum Take-Away, einkaufen, Mittagessen in der Mensa. Wenn sie unterwegs ist, trägt sie stets wiederverwendbare Becher und Taschen bei sich, besucht Unverpacktläden, die Lebensmittel zum Abfüllen anbieten, verwendet Badeartikel in Seifenform und besitzt ein Gemüse-Abo für günstiges Gemüse, dem der Kompost droht. Carla Opetnik lebt «Zero Waste». Und das seit nunmehr vier Jahren. Anfangs war sie knallhart mit sich selbst, wollte alles richtig und nachhaltig …

Rennen ist ein Teil von mir

Valentina Rosamilia besucht die Sportabteilung der Alten Kanti Aarau und kann über 800m mit der Leichtathletik-Weltklasse mithalten. Wir haben darüber gesprochen, was es bedeutet, so viel Zeit und Leidenschaft in den Sport zu investieren und worauf es bei einem Wettkampf ankommt. Von Rahel Furrer, G19A [Bild: zVg] Valentina macht Sport, seit sie klein ist; damals trainierte sie neben Leichtathletik auch noch Eishockey und Triathlon. Wirklich festgelegt auf die Leichtathletik hat sie sich erst im Herbst letzten Jahres, und dies mit Erfolg: Im Sommer 2021 lief sie über 800m auf den dritten Platz bei der U20 EM und auf den zweiten Platz bei der U20 WM. Die richtige mentale Einstellung Es erfordert viel, einen solchen Wettkampf erfolgreich zu meistern. Nicht nur die körperliche Kondition, sondern auch die mentale Einstellung ist entscheidend. «Bei einem guten Wettkampf denke ich während dem Laufen an gar nichts», meint sie. Kommen nämlich Gedanken hoch wie ‹ich bin müde› oder ‹meine Beine brennen›, ist es unmöglich, sein volles Potential auszuschöpfen. «Ich bin überzeugt, dass der Kopf vor allem beim Sprung zwischen Mittelfeld …

Schweizer und Schweizerinnen umarmen sich viel

Die 18-jährige Claire Ngo aus Kanada kam im August 2018 in die Schweiz, wo sie zuerst einmal einen zweiwöchigen Deutschkurs für Anfänger besuchte. Ab September war sie dann ein Jahr lang Austauschschülerin in der G2F an der Alten Kanti Aarau. Der vorliegende Text ist ihr sprachlich nicht bearbeitetes) Abschiedsreferat, das sie anlässlich eines Farewell-Dinners des Rotary Clubs Aarau Alpenzeiger gehalten hat.

«Schau, deine Schuhe sind Mittwoch!»

Stell dir vor, der September wäre hellgrün, der Februar eisig-rosa, das «E» gelb, alle 20er Zahlen rötlich und die Melodie der Schulglocke orange. Genau so geht es Victoria Dvořák, einer Schülerin der Alten Kantonsschule Aarau. Wir treffen sie an einem Mittwoch in einem Café. Sie erzählt uns von ihrem Leben als Synästhetikerin und legt uns ihre ungewöhnliche Wahrnehmung offen: die Verknüpfung von Musik, Zahlen und Wörtern mit Farben. 

Freddy Nock: Sinnfindung und das Seil

Viele Leute fürchten sich davor, über einen Baumstamm zu gehen; Freddy Nock hat das Balancieren, noch dazu in schwindelerregenden Höhen, zu seinem Beruf gemacht. Bei einem Besuch des Artisten zu Hause in Uerkheim haben wir einen Einblick in seine Arbeit erhalten – und von seinem neusten Projekt erfahren, das alles andere in den Schatten stellen wird.

Immer am Ball bleiben!

Er trainiert bis zu 18 Stunden pro Woche. Denn Volleyball ist seine Leidenschaft! Irian Mika ist ein wahrhaft grosser Spieler – nicht nur wegen seiner 192 cm Körperlänge: Der 20-jährige spielt im Nationalliga-A-Team von Volley Schönenwerd. Als Schüler der Sportabteilung der Alten Kanti stellt Irian jeden Tag unter Beweis, dass sich Spitzensport und Gymnasium bestens vereinen lassen!

Das Spiel mit der Luft

Luft ist Leben. Und wenn sie über unsere Stimmbänder streicht, können wir sogar Laute erzeugen, verbal miteinander kommunizieren. – Und beim Spielen eines Blasinstrumentes? Was spielt die Luft da für eine Rolle? Die beiden Klarinettisten Thomas Hunziker und Julian Remund geben Auskunft. Wenn wir reden, denken wir gar nicht daran, ein- und ausatmen zu müssen, und wir brauchen uns nicht um die Stimmbänder zu kümmern, denn alles funktioniert ganz automatisch. Ganz anders beim Klarinettenspiel. Hier wird die Luft gebraucht, um das Holzblatt am Mundstück zum Schwingen zu bringen und dem Instrument Töne zu entlocken. Weil es in erster Linie um das Instrument geht, wird die physiologische Bedeutung der Luft zweitrangig. Luft also nicht als Lebenselixier oder Kommunikationshilfe, sondern zum Spiel. Setzt dies den Körper nicht unter Stress? [Bild Tobias Gamp] Wir haben nachgefragt bei zweien, die es wissen müssen: Der eine ist Julian Remund, Schüler der AKSA und vor kurzem als Klarinettist aufgenommen in das Spitzenförderungsprogramm Musik des Kantons Aargau, der andere ist Thomas Hunziker, weit herum gefragter Klarinettist und Lehrer von Julian. Lufthaushalt als …

Peng!

Chiara Leone besucht die vierte Klasse der Sportabteilung an der AKSA. Seit über zehn Jahren trainiert die Fricktalerin im Schiessstand. In ihrer Sportart durfte sie schon mehrere Erfolge feiern; so nahm sie an zwei Europameisterschaften und einer Weltmeisterschaft teil. Kürzlich konnte sie sogar den Alpencup in Bologna gewinnen. Es bleibt der Traum von Olympia. Der Fussabstand ist ausgemessen, der stabilisierende Anzug passt genau, und das Gewehr wird minutenlang in die richtige Position gebracht. Nichts wird dem Zufall überlassen. Den Blick auf das Ziel gerichtet, steht die 19-jährige Chiara Leone im Keller des Werkhofs in Frick. Mit dem Finger am Abzug zielt sie auf die zehn Meter entfernte Zielscheibe. Dann – peng! [Video: Chiara Leone beim Training] Angefangen hat alles, als Chiara einmal ihren Vater zum Volkschiessen begleitete. Auf Anhieb war sie von dieser Sportart begeistert und fing an, regelmässig zu trainieren. Am Sportschiessen faszinieren sie vor allem die Präzision und die mentale Stärke, beides absolut essentiell für diesen Sport. Da sie immer besser wurde und so immer mehr Trainingseinheiten nötig wurden, entschloss sie sich, die …

Das Multitalent

Sie vollbringt Spitzenleistungen auf ganz unterschiedlichen Gebieten. Nina Kathe ist Spitzensportlerin und viel versprechende Wissenschaftlerin. Und ganz entspannt. Begegnung mit einem Phänomen. Lächelnd sitzt uns Nina Kathe in ihrem leuchtend grünen Top gegenüber. Grün ist übrigens, wie wir später erfahren, auch ihre Lieblingsfarbe. Bei Kaffee und Kuchen im Restaurant Tuchlaube staunen wir über den Weg, den die Neunzehnjährige bereits zurückgelegt hat. 2016 hat sie als Jahrgangsbeste die Alte Kantonsschule Aarau abgeschlossen, darf sich Medaillengewinnerin an der Internationalen Biologie-Olympiade nennen, ist Schwarzgurtträgerin in Karate und seit ein paar Wochen Biomedizin-Studentin. [Bild: Delia Limacher] Die Kämpferin Mit sieben Jahren besuchte Nina zum ersten Mal ein Probetraining in Karate, und schon früh zeigte sich nicht nur ihre besondere Begabung, sondern auch eine echte Leidenschaft. Heute trainiert Nina drei- bis viermal pro Woche in der Kampfschule Aarau. Zusätzlich absolviert sie momentan noch selbstständig einige Trainingseinheiten, um sich konditionell und mental optimal auf die Karateprüfung in einem Jahr vorzubereiten, wo sie sich den zweiten schwarzen Gürtel holen will. Die Forscherin Als wir auf ihre zweite grosse Passion zu sprechen kommen, …

Auf dem Weg zur Spitze

Der Fleiss der Pianistin Sophie Holma wird sich auszahlen [Bild: zVg] Anfang 1999 als Kind zweier Pianisten geboren, wurde ihr das Klavierspiel in die Wiege gelegt. Ihre Mutter begann, sie im Alter von fünf Jahren zu unterrichten. Schnell zeigte sich, dass Sophie Begabung für das Pianospiel hatte. Oberste Priorität für eine Karriere als Musikerin haben allerdings Fleiss und Disziplin. Ihre Eltern begleiteten sie als Lehrer und Mentoren bis zum Ende der Bezirksschule.

Der Traum vom FC Liverpool

Letzte Saison spielte er noch beim FC Baden in der 1. Liga, nun hat der Sportkantischüler Marco Thaler (1994) aus Wohlen AG den Sprung zum FC Aarau in die höchste Schweizer Fussballliga geschafft. [Bild: zVg] Marco Thaler besucht an der Alten Kanti Aarau die Klasse G5S und absolviert im Sommer die Maturaprüfungen. Seit dieser Saison spielt der Verteidiger in der ersten Mannschaft des FC Aarau und wurde zudem erstmals für die U-20 Nationalmannschaft aufgeboten. Marco wollte schon immer Fussballer werden. Im Alter von vier Jahren verfolgte er zusammen mit seinem Vater erstmals eine Fussballweltmeisterschaft im Fernsehen mit, denn diese Sportart faszinierte ihn extrem. „Ich konnte nie einfach an einem Ball vorbeilaufen, ohne mit ihm zu spielen“, sagt Marco. Dies war mitunter ein Grund, weshalb er als Siebenjähriger in den FC Wohlen eintrat. Dort blieb er bis zur Stufe U-15, dann wechselte er in die U-16 nach Aarau, wo er die Stufen bis zur U-18 durchlief, bevor er beim FC Baden landete. In Baden konnte er zwei Jahre lang erste wichtige Erfahrungen im Aktivfussball sammeln. Dank …