Alle Artikel in: Alte Kanti

Kleines neues Virus versus grosse Alte Kanti

Als am 13. März nachmittags die Meldung die Runde macht, dass die Schulen ab der kommenden Schulwoche schliessen würden, ertönt in den Gängen der Schulgebäude das Jubelgeschrei der Schülerinnen und Schüler: Ferien! Und dann erst noch auf unbestimmte Zeit! Jeder Gedanke an das für diese «Ferien» verantwortliche Virus und die unabsehbaren Folgen im Gesundheitswesen oder in der Gesellschaft, jeder weiterreichende Gedanke scheint in diesem Moment sekundär.

Wege zum Erfolg ermöglichen

Der aktuelle Newsletter unserer Schule ist mit «Die Alte hat einen Neuen» überschrieben: Ja, wir haben einen neuen Rektor! Ebenfalls auf der Shortlist für den Titel war: «Die Alte hat eine Neue» – nämlich eine neue Schulleitung. Gleich zu dritt haben wir diesen August in unseren Funktionen in der Schulleitung begonnen. Und ich freue mich, innerhalb der Schulleitung die Wirtschaftsmittelschule und die Informatikmittelschule sowie weitere Ressorts wie etwa die der externen Kommunikation mit zahlreichen Anlässen betreuen zu dürfen.

Flair im János-Tamás-Haus

Auf dem Parkplatz der Alten Kanti, genauer: vor dem Tamáshaus, steht wie immer eine Honda oder ein ähnlich schwerer Töff. Er ist ein Schauobjekt, das auch an einem warmen Sommernachmittag die Aufmerksamkeit von neugierigen Schülern, nein, nicht von Schülerinnen, auf sich zieht. Gerade hat Petra für heute die letzte Unterrichtsstunde beendet, tritt aus dem János-Tamás-Haus und geht in Richtung ihres Fahrzeugs. Dort angekommen, wird sie mit bewundernden Augenpaaren und folgendem Ausruf empfangen: «Wow, gehört dieser Töff dir?» Der Schüler, welcher zuvor bei Petra Unterricht hatte, ist auch bereits da. «Ihr dürft sie doch nicht duzen, sie ist meine Posaunenlehrerin», platzt es aus ihm heraus. Petra hingegen reagiert mit einem Schmunzeln. – Diese Episode aus den neunziger Jahren passt hervorragend zu Petra Bachmanns Charakter. Ihre Spontanität ist wie eine Blume, die sich öffnet, aber überlegt und aufmerksam, denn sie duftet nur, wenn das Umfeld für Petra stimmt. Wenn die Posaunistin im János-Tamás-Haus war, dann spürte man es im Nordteil oder im Lehrerzimmer durch die Wände hindurch. Es war nicht ihr «profumo», es war ein freundlicher Blick, …

«Eine Schule wie vor 25 Jahren – das wäre heute undenkbar»

Zur Pensionierung von Rektor Martin Burkard Martin Burkard verlässt die Alte Kanti. Nicht weniger als 36 Jahre hat er an der ältesten Kantonsschule der Schweiz gewirkt, anfangs als Lehrer für Deutsch und Latein, während der letzten 22 Jahre hat er die Geschicke der Schule geleitet. Mit Martin Burkards Pensionierung geht eine Ära zu Ende. Versuch einer Bilanz im Gespräch.

Être und avoir oder Das Wesen der Bildung

Être und avoir? Da denken die meisten wohl zuerst einmal an Lektionen, in denen die beiden Hilfsverben geübt und in allen zu kennenden Tempi und Modi durchkonjugiert werden. Es mag wenig erstaunen, wenn eine Französischlehrerin einen Text im «sage&schreibe» mit den beiden Verben beginnt und diesen sogar noch einen prominenten Platz im Titel des Textes zugesteht: Es sei mir erlaubt, siebzehn Jahre Französischunterricht – und natürlich ganz grundsätzlich die Faszination für mein Fach, die mich immer noch begleitet – in den folgenden Gedanken nicht ganz aussen vor zu lassen. Die Konjugation kann dabei aber für einmal getrost vergessen werden. In den grundsätzlichen Gedanken einer Prorektorin zu Schule und Bildung ist eine weit allgemeinere Warte gefragt. Was also haben sein und haben mit Bildung zu tun? Sehr viel.

Der Lehrer und die Lücke

Zur Pensionierung von Roland Latscha Geht einer wie Roland Latscha nach siebenunddreissig Jahren als Deutsch- und Philosophielehrer in den Ruhestand, ist man versucht, auf die Lücke hinzuweisen, die so einer hinterlässt. Dass es sich dabei um eine grosse Lücke handelt, versteht sich von selbst, nicht zuletzt in Anbetracht der ungewöhnlich langen Dienstzeit.

Kapitän und humorvoller Menschenfreund

«Mein erstes gemeinsames Unternehmen mit Martin Burkard war eine Schulreise. Wir ahnten damals nicht, dass dies der Anfang einer intensiven Zusammenarbeit und herzlichen Freundschaft werden sollte. 14 Jahre später wurde Martin Rektor der AKSA, gerade als MAR 95 umgesetzt werden sollte. Ich wurde als Konrektorin sofort in die politischen und pädagogischen Auseinandersetzungen einbezogen. Wir waren stark gefordert, das Schiff MAR durch die hoch gehenden Wogen zu steuern. Ich erlebte Martin als besonnenen Kapitän, der sich nicht vom Kurs abbringen liess, und war stolz darauf, ihn unterstützen zu dürfen. Martin, es war schön, mit dir zusammen zu arbeiten!» Silvia Bonati Deutschlehrerin von 1968-2005 Konrektorin von 1995-2007 «Caesar, Commentarii Belli Gallici, Seneca, Ad Lucilium Epistulae Morales, Vergil, Aeneis – diese drei Bücher sind neben meinem Maturitätszeugnis die einzigen Relikte aus meiner Zeit an der «Alten Kanti» in Aarau. Damit verbunden sind tolle Erinnerungen an den jungen, beliebten und mitreissenden Lateinlehrer Martin Burkard, von dem man schon nach der ersten Lektion wusste, dass er eine grosse Leidenschaft für die Werke von Friedrich Dürrenmatt und den Fussballclub Grasshopper Zürich …

Ihre Freundschaft

Sind Sie zufrieden mit sage&schreibe? Sogar begeistert? – Dann müssen Sie hier weiterlesen! Zweimal jährlich präsentiert Ihnen die Alte Kanti in sage&schreibe vielfältige thematische Beiträge, verfasst von Schülerinnen und Schülern und von Lehrpersonen aller Fachschaften. Jedes Heft ist ein publizistisches Gemeinschaftswerk, das aus unterschiedlichen Perspektiven vertiefte, immer wieder überraschende Einblicke in den Alltag an der Schule bietet und über den Ententeich hinausblickt. Wenn Sie dieses Engagement schätzen und gleichzeitig verhindern möchten, dass sage&schreibe dem vom Kanton Aargau verordneten Konzept der papierlosen Schule zum Opfer fällt, freut uns das sehr. Der Ausdruck Ihrer Freundschaft in Form eines einmaligen oder wiederkehrenden Unterstützungsbeitrags sichert die Finanzierung des Heftes für die Zukunft. – Wie wir uns bei Ihnen revanchieren, verrät der Freundschafts-Flyer.

Die neue Alte Kanti

«Kleider machen Leute» –Schon Gottfried Keller führte uns vor Augen, wie wichtig das Auftreten ist und was passieren kann, wenn die Wirkung nach aussen nicht mit dem Inhalt übereinstimmt. Auch die Unternehmenswelt hat die Bedeutung eines einprägsamen, positiven Bildes längst erkannt und dabei die Form mithin gar über den Inhalt gestellt. Das kann allerdings nur kurzfristig funktionieren, denn bekanntlich haben ja Lügen kurze Beine; wir ärgern uns schnell, wenn wir nicht das erhalten, was wir versprochen bekommen. Negative Beispiele mindern jedoch die Bedeutung eines guten Auftritts nicht. Sie fordern uns vielmehr auf, dass wir nach aussen das darstellen, was auch drin ist. Konsistent, offen, ehrlich. Das gilt nicht nur für Unternehmen, sondern gerade auch für Schulen. Ein Blick zurück Mit Mandarinen und grünen Äpfeln haben wir 2005 den Auftritt des damals neuen Logos und der neuen Website der Alten Kantonsschule Aarau lanciert. Farblich frisch, neu, für viele überraschend, für einige auch befremdend. Der Auftritt – das Corporate Design (CD), wie man es heute nennt –, wurde von Andrea Gsell, einer ehemaligen Schülerin der Alten Kantonsschule, …

Digitalisierung an der Schule – Alte Kanti 4.0?

Digitalisierung – für die einen ein Zauberwort, das Türen in ungeahnte neue Lebens- und Arbeitsräume öffnet, für die anderen ein Unwort, der Inbegriff einer datengesteuerten, gefühlskalten, insgesamt inhumanen Welt. – Wie auch immer: Als moderne Mittelschule sind wir verpflichtet, uns dem Wandel auch in diesem Bereich zu stellen, Chancen und Risiken gegeneinander abzuwägen. Eine Bestandesaufnahme.

Sparen und weiterentwickeln an den Aargauer Kantonsschulen: das Unterrichtsmodell 2019+

Die Aargauer Kantonsschulen müssen – wie schon oft in früheren Jahren – auch bei den bevorstehenden finanziellen Sanierungsmassnahmen ihren Beitrag leisten. Sie haben den Auftrag, für den kantonalen Aufgaben- und Finanzplan 2018-2021 Einsparungen in der Höhe von rund zwei Millionen Franken zu erbringen. Die Rektorenkonferenz hat deshalb zusammen mit der Sektion Mittelschule eine Gesamtschau vorgenommen und eigene Vorschläge in die Spardiskussion eingebracht. Vorgelegt wurden drei Massnahmen. Die erste Massnahme betrifft die Betriebskosten der Schulen. Konkret sollen ab Schuljahr 2018/19 die Schülerpauschalen für Lehrmittel sowie Investitionen im Unterrichtsbereich über alle Kantonsschulen hinweg um je ca. 6% gekürzt werden. Ebenfalls ab Schuljahr 2018/19 werden im Bereich der Alten Sprachen (Latein, Griechisch und Hebräisch) die Synergien zwischen den Schulen besser genutzt, indem der Unterricht regional koordiniert und schulstandortübergreifend durchgeführt wird. Als dritte Massnahme wurde die Einführung eines neuen Unterrichtsmodells an den Kantonsschulen vorgeschlagen, die auf Beginn des Schuljahres 2019/20 erfolgen soll. Die Rektorenkonferenz ist überzeugt, dass dieser Massnahmenkatalog in Anbetracht der aktuellen Situation eine vertretbare Lösung ist, denn er erfüllt den Sparauftrag mit einem pädagogisch durchdachten Leistungsabbau und …

Anita Baltzer – das menschliche Zentrum der AKSA

Über 20 Jahre lang war Anita Baltzer so etwas wie die Seele der Alten Kantonsschule, zuerst auf dem Sekretariat, dann als Rektoratsassistentin. Seit Oktober 2017 ist sie nun pensioniert. Zeit für einen Blick zurück. An mehreren aargauischen Kantonsschulen wurde eine Mathematiklehrperson gesucht. Eine Lehrerin bewarb sich an nicht weniger als vier Schulen – und überall wollte man sie anstellen. Sie entschied sich schliesslich für die Alte Kantonsschule Aarau. Warum? Hier sei sie am freundlichsten behandelt und empfangen worden. Ungefragt nannte sie auch die Person, die sie mit diesem Kompliment vor allem meinte: Anita Baltzer. Gute Laune gegen die Bürokratie Anita Baltzer kannte jede Lehrperson an unserer Schule, auch jede Stellvertreterin und jeden Stellvertreter. Das galt aber auch umgekehrt: Alle kannten sie. Bei der Anstellung der allermeisten Lehrerinnen und Lehrer, die an der Alten Kanti unterrichten, war sie involviert. Sie hat die Kontakte hergestellt, Termine organisiert und vor allem Verträge ausgestellt. Es waren Hunderte in den fast zwanzig Jahren, in denen ich mit ihr zusammenarbeiten durfte. Hinzu kommen die Lohnverfügungen und all die weiteren Formulare und …

Robert Hairgrove und die magische Zahl

Mit einem virtuosen und gefeierten Beethoven-Rezital unter texanisch anmutenden Hitzeverhältnissen in der Aula der Alten Kanti nahm Robert Hairgrove vor den Sommerferien auf adäquate künstlerische Art Abschied von der Schule. Robert Hairgrove wurde in Texas geboren, studierte Klavier in Baltimore und Austin, später führte ihn der Gewinn eines DAAD Stipendiums an die Musikhochschule nach Hamburg. Zu seinen wichtigsten Lehrern gehörten John Perry, Walter Hautzig und Alber Hirsh. In Europa begann er bald eine langjährige internationale Konzert- und Aufnahmetätigkeit. 1985 wurde Robert Hairgrove als Klavierlehrer an unsere Schule gewählt und blieb 32 Jahre lang der Alten Kanti treu. Sein Unterricht war geprägt von Begeisterung und Leidenschaft für alle Geheimnisse der Pianistik, von treffenden Sprachbildern bei der Vermittlung musikalischer Inhalte und insbesondere von seiner virtuosen Beherrschung der spieltechnischen Aspekte. Nicht zufällig fand eine beachtliche Zahl seiner Schülerinnen und Schüler den Weg in den Musikerberuf. In der Fachschaft setzte sich Robert Hairgrove immer ein für Fairness, für Herzlichkeit und für inhaltliche Klarheit und Präzision. Als begeisterter Computerfachmann – eine zweite Begabung! – kümmerte er sich zudem um alle …

Heinz Boppart – auf zwei Rädern in die Zukunft

Vor etwa einem halben Dutzend Jahren tauchte in der Fachschaft Physik und Mathematik einer auf, der sowohl der Älteste als auch der Jüngste war. Er war ein Jung-Lehrer, hatte uns aber nicht nur ein paar Lebensjahre, sondern auch bedeutende berufliche Stationen und viel Lebenserfahrung voraus. Heinz Boppart hat seine berufliche Karriere mit einer Elektroniker-Lehre bei der BBC begonnen, danach ein Physikstudium an der ETH und ein Postdoc in Harvard absolviert. Jahre später gab er zugunsten einer Anstellung an der Alten Kanti den Job als Vizedirektor bei der UBS auf. Daran mussten wir uns erst gewöhnen. Heinz Boppart machte es uns aber leicht: Mit seinem Hintergrund brachte er einen erfrischend anderen Wind in unsere Fachschaft, und mit seinem unbestechlichen Aussenblick und seiner Neugierde gegenüber dem Schulbetrieb zwang er vor allem uns alte Hasen zum Nachdenken über viele eingeschliffene Schul-Gewohnheiten. Ich vermute, dass er sich bei uns gut aufgehoben fühlte – sonst hätte er sich wohl nicht bereit erklärt, die ganze Fachschaft an den legendären VSG-Kongress «science – cuisine» ins Wallis zu chauffieren. Nach dem grandiosen Buffet …

Spitzensport inklusive Matura

Das Sportgymnasium an der Alten Kanti feiert sein zehnjähriges Bestehen Ehemaliger Spitzen-Handballer, Sportlehrer und seit 2003 Prorektor an der Alten Kantonsschule Aarau: Kurt Büchler ist in Sachen Sportgymnasium der Mann der ersten Stunde. Massgeblich bei der Projektierung und der Umsetzung beteiligt, zeichnet Büchler nun seit zehn Jahren verantwortlich für eine optimale Verbindung von Gymnasium und Spitzensport.

Breite auf hohem Niveau

Die Maturitätslehrgänge, die an den schweizerischen Gymnasien und damit auch an der Alten Kantonsschule Aarau geführt werden, basieren auf eidgenössischen Vorgaben, die vor gut zwanzig Jahren von Bundesrat und EDK erlassen wurden. Wegen des kleinen „Jubiläums“ dieses Maturitätsanerkennungsreglements (MAR) hat die Rektorenkonferenz der aargauischen Kantonsschulen im vergangenen Herbst/Winter eine bildungspolitische Doppelveranstaltung organisiert. Es soll hier auch Anlass zu einem kurzen Überblick über wichtige Grundlagen unseres heutigen Gymnasiums sein.

Alles fliesst –die Frage ist nur, wohin?

Zu den jüngsten Sparplänen des Kantons Aargau Mit dem Aufgaben-und Finanzplan 2016–2019 hat die Regierung ein Sparpaket vorgelegt, welches den Staatshaushalt um 100 Mio. Franken entlasten soll. Je nach dem, durch welche politische Brille man diese ‹Entlastungsmassnahmen› betrachtet, erscheint einem die Vorlage als unabdingbare und richtige Reaktion auf die zugespitzten ökonomischen Rahmenbedingungen (Aufhebung des Euromindestkurses, schwächeres Wirtschaftswachstum und verminderte Steuereinnahmen) oder aber als Folge einer falschen Steuerpolitik in Kombination mit einer finanzpolitischen Kurzschlussreaktion ohne Notwendigkeit und einer (allzu) einseitigen Fokussierung auf die Ausgabenseite speziell im Bildungsbereich. Der Kanton Aargau hat die tiefsten Pro-Kopf-Ausgaben der Schweiz. Die Aargauer Bevölkerung hat im Rahmen der Leistungsanalyse im März dieses Jahres 15 Sparmassnahmen deutlich abgelehnt (unter anderem die Abschaffung des Berufswahljahres oder die Kostenbeteiligung im Freifach Instrumentalunterricht im Mittelschulbereich). Die Strassenkasse ist von den Sparbemühungen ausgenommen, was im Hinblick auf die maroden Staatsfinanzen nicht nachvollziehbar ist. Gegen die Sparabsichten im Bildungsbereich haben die Verbände im Juni in Rekordzeit 7329 (!) Unterschriften gesammelt. Eine vom Kanton initiierte Arbeitszeiterhebung förderte 2008 unzähligen Lehrerinnen-und Lehrerüberstunden zu Tage. Die Lehrperson als Ferientechniker ist …

119 Jahre an der Alten Kanti

Von der Handelsabteilung zur Wirtschaftsmittelschule Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestand die einzige Aargauer Kantonsschule aus zwei Abteilungen: Dem ursprünglich primär humanistisch ausgerichteten Gymnasium, stand die anfänglich auf industrielle und gewerbliche Berufe hinführende, bis zur Jahrhundertwende zunehmend mathematisch-naturwissenschaftlich orientierte Gewerbeschule zur Seite.

Zwischen Smartmob und Smartphone

Oder wie politisch ist die heutige Jugend? Vergleicht man die politischen Aktivitäten der Jugendlichen von heute mit denjenigen der Jugend der 1960er Jahre, so überkommt einen unwillkürlich das Gefühl, man habe es mit einer apathischen und desinteressierten Meute zu tun, welche sich um das Allgemeinwohl und den politischen Alltag keinen Deut schert. In der heutigen Gesellschaft hat sich das Bild einer egozentrischen und luxusorientieren Generation Y fest in die Köpfe eingebrannt. „Viele Jugendliche entziehen sich der Politik mit der Ausrede, es betreffe sie nicht. Dafür ist das Engagement der Interessierten umso grösser.“ – Remo, 19 „Es spielt eine grosse Rolle, wie man politisch sein umschreibt. Geht es um Parteizugehörigkeit oder regelmässige Stimmbeteiligung, sind wenig junge Menschen politisch. Bedeutet politisch sein aber, sich für gesellschaftliche Fragen zu interessieren und eine individuelle Meinung zu haben, sind viele Jugendliche politisch.“ – Vera Sperisen, Zentrum für Demokratie, Aarau „Meiner Meinung nach interessieren wir Jugendliche uns für Politik. Es variiert jedoch stark nach Thema.“ – Lukas, 19 Geht man davon aus, politisch sein beschränke sich auf die Partizipation bei Wahlen …

Reform um Reform – WMS und IMS vor erneuten Anpassungen

Im Januar 2000 habe ich die Leitung der Wirtschaftsmittelschule übernehmen dürfen. Der Start war mit der Reform der Wirtschaftsdiplomschule verbunden. Es galt, das „Handeli“ in eine Berufsmaturitätsschule zu überführen. Nach der erneuten Reform der Wirtschaftsmittelschule 2010 stehe ich heute bei Reform Nr. 3. Bei der Informatikmittelschule IMS sind wir erst bei der zweiten Reform angelangt, wobei wir diesen Schultyp auch erst seit 2009 führen. Bei so vielen Reformen – die kleineren Anpassungen dazwischen lassen wir schon mal unerwähnt – ist die Frage erlaubt, ob sich der Reformrhythmus in diesem Mass so positiv auf die Qualitätsentwicklung auswirken kann.