Alle Artikel in: Sage & Schreibe Nr. 34

3 Gedichte mit Audio

Sterbender Sommer Bernsteinbraune Augen verlieren sich in der weiten Menge der warme Wind wirbelt in meinem Haar und roten Blättern an der Ecke zum Park Die Schönheit der Welt liegt in den Zyklen Geburt und Vergehen und alles ein Anfang Denn ich bin verliebt in den Jungen der im Café sein Buch liest in die Mädchen an der Kreuzung in die alte Dame am Zeitungskiosk Und vielleicht ist das Liebe auf Zeit. —————- Schwarzer Schnee Du tanzt barfuss im Schnee unter tintenschwarzer Nacht unsere Atemwolken schimmern im blassen Fensterlicht wann bist du so schön geworden? Jubelnde Silvestergäste hier draussen hören wir sie nicht zu zweit allein jung und frei du tanzt, ich sehe dich – doch du —————– Graffito I’m sorry I fell for you during a pandemic steht oben geschrieben an der düstergrauen Wand Warum sind es immer fremde Menschen die mir am vertrautesten sind? Von Tabea Geissmann https://sageundschreibe-altekanti.ch/wp-content/uploads/2021/12/Drei_Gedichte_von_Tabea_Geissmann.m4a

Ein Quöllfrisch – und ab nach La Spezia

Ende November trafen sich drei weisse verheiratete Männer, mittleren Alters im Zimmer15 und diskutierten zwei Stunden lang mehr oder weniger erfolgreich über den BegriffLifestyle. Getrunken haben sie dazu ein Appenzeller Quellfrösch, welche einer der dreiaus einer weissen 5-Rappen-Plastik-Tüte des nahen Grossverteiler gezaubert hatte. Von Michael Bouvard, Simon Scholl und Michael Schraner Michael B.: Eigentlich weiss ich gar nicht so recht, was das heisst Lifestyle.Michael Sch.: Übersetzt heisst es ja Lebensstil und be-schreibt eine Lebensweise. Man definiert sich über die Zu-gehörigkeit zu einer Peergruppe und über Materielles. Simon: Im Sport definieren sich Fussballer über Frisuren und Tattoos, Snowboarder und Skifahrer über bestimmte Kleidermarken und Skater über ein bestimmtes Outfit und eine eigene Sprache. Michael Sch.: Bei uns in der Kanti gab es die Buntfalten-hosenfraktion und diejenigen welche die Hosen tief trugen und Hip-Hop hörten. Zweimal dürft ihr raten, zu welchen ich gehört habe. Michael B.: Also gehört alles dazu, was das Leben ausmacht, Musik, Kleider, Film, Vorbilder. Aber auch alles was man von sich weist, von was man sich abgrenzt und wasman nicht sein will. Michael …

Biryani Rezept

Von Paynavi Punithakumar, G19A Reis: 2 Tassen Basmatireis -Reis waschen 3 Tassen Wasser 2TL Salz 1 kleines Stück Butter -Wasser, Salz, Butter und Safran aufkochen 2 Msp. Safran -Reis dazu geben -Evtl. übrig gebliebenes Wasser vom Reis abgiessen 3 Karotten -Kartoffeln und Karotten in kleine Würfel schneiden und 2 Kartoffeln -mit Salz und Chillipulver gut durchmischen 1 TL Salz Chillipulver (Menge je nach Schärfe) Öl – In einer Pfanne zuerst Karotten frittieren, danach die Kartoffeln 50g Erbsen -Erbsen anbraten Am Schluss den fertigen Reis mit dem Gemüse gut durchmischen. Poulet-Curry: 2 grosse Zwiebeln -Zwiebeln in kleine Stücke schneiden und in einer Pfanne auf mittlerer Stufe anbraten 500 g Poulet Fleisch -Das Fleisch in mittelgrosse Stücke schneiden und wenn die Zwiebeln goldbraun sind, in die Pfanne geben. 1 ½ TL Salz -Nach etwa einer Minute mit Salz und rotem Curry würzen und Wasser dazugeben, anschliessend aufkochen lassen Rotes Curry (nach Schärfe anpassen) 100 ml Wasser -Etwa zehn Minuten auf niedriger Stufe weiterkochen lassen 1/2 Zitrone oder Limette -Vom Herd nehmen und Saft der Zitrone oder Limette …

In kleinen Schritten zu einer umweltbewussteren Kanti

Auch 2021 gab es im Rahmen des Projektunterrichts an der Alten Kanti wieder einen Aktionstag rund um die Themen Ernährung, Lebensmittel und Abfall. Genau genommen war es ein Halbtag am 14. September 2021, an dem sich die Abteilungen G19A, G19F und G19H beteiligten und der von Sabrina Aegerter, Fabia Brentano, Lara Dredge und Manuela Knecht geleitet wurde. Ein Erfahrungsbericht.

«Das Leben ist kurz, deshalb darf es auch intensiv sein»

Ein Künstler-Atelier, ausgestattet mit verschiedensten Werkzeugen. An den Wänden hängen nebst Tiergeweihen Fotos von Landschaften und unendlichen Weiten – aus Grönland oder Patagonien. Eines ist darauf immer zu erkennen: ein Mann, der sich ein Ziel gesetzt hat. Sei es als Expeditionsführer in der Arktis oder als Gleitschirmpilot mit einer Gämse als Passagier im Arm – seine Lebensart bedeutet Risiko. – Wir befinden uns im Büro von Thomas Ulrich. Und was für uns auf den ersten Blick nach Risiko aussieht, ist in Wahrheit detaillierte Planung. Von Tatjana Gligorevic, Nick Häusler und Anna Piani, G19A [Bild: zVg] Es sind Selbständigkeit und Freiraum, die seinen Beruf ausmachen. Wie er sein Leben zu leben hat – das ist allein seine Sache. Ein ewiger Einzelgänger, der dafür sowohl Zuspruch als auch Kritik erntet. Thomas Ulrich tippt auf seine Uhr: «Ich wollte etwas finden, bei dem ich nicht ständig nachsehen muss, wann denn endlich Feierabend ist.» Der Vierundfünfzigjährige schloss eine Lehre als Zimmermann ab, die ihn aber nicht erfüllte. Er entdeckte seine Leidenschaft für die Fotografie und schlug damit den Weg …

Die Alte Kanti in Zeiten von Corona – Teil III

Seit seinem Amtsantritt im Sommer 2020 ist Rektor Dr. Andreas Hunziker mit seinem Team vor allem als Krisenmanager an der Corona-Massnahmen-Front gefragt. – A never ending story? Teil III seiner Aufzeichnungen jedenfalls lässt noch nicht wirklich auf eine nachhaltige Entspannung der Situation schliessen. Von Dr. Andreas Hunziker, Rektor Schulbeginn im August – ohne Masken Eher unerwartet für alle entscheidet die Kantonsregierung, dass das Maskentragen zum Schulstart im August trotz steigender Fallzahlen freiwillig ist. Eine Massnahme, die von vielen mit Freude und Erleichterung aufgenommen wird – sieht man doch endlich wieder Gesichter statt Verhüllungen –, die aber auch bei zahlreichen Lehrpersonen Unverständnis hervorruft. Und tatsächlich: Nachdem wir vor den Sommerferien fast keine positiven Fälle mehr hatten, sieht die Situation im August wieder anders aus. Etliche Schüler/-innen werden nach den Ferien positiv getestet, mehrere Abteilungen wechseln für eine Woche in den Fernunterricht – eine bewährte schulorganisatorische Massnahme, die für mehr Ruhe sorgt. Da die Fallzahlen seit Schulbeginn exponentiell zunehmen, führt die Regierung drei Wochen nach dem Schulstart die Maskenpflicht wieder ein. Ob ein Start mit Masken nicht …

«Du kannst du sein»

Mark alias Kira Lafleur hat in der Kunst, in Drag zu performen, das Glück gefunden. Wir haben die 21-Jährige Aargauerin, eine Grösse in der Zürcher Drag-Szene, über Zoom zu ihrer nicht alltäglichen Kunst befragt und einen jungen Menschen kennengelernt, dem es ein Anliegen ist, seine Leidenschaft mit anderen Menschen zu teilen, aber auch Missverständnisse zu klären und mit Vorurteilen aufzuräumen. Von Amina Colombo und Elin Cattaneo, G19A [Bild: zVg] sage&schreibe:Wann hast du mit Drag-Performances begonnen und wie bist du darauf gekommen? Kira Lafleur: Angefangen hat alles, als ich mit 12 Jahren das erste Mal Videos von Dragqueens gesehen habe. Da war ich noch etwas skeptisch, aber als ich dann auf eine Casting-Show für Dragqueens gestossen bin, war ich immer faszinierter. Ich dachte mir, da ich gerne singe, tanze und performe, kann ich das auch machen. Also fing ich an, mich zu schminken, und übte, auf High Heels zu tanzen. Woher kommt dein Künstlername Kira Lafleur? In der Schule war mein Spitzname Kiba. Da ich mich mit dem Namen sehr wohl fühle, wollte ich diesen teilweise …

Studentenfutter

Die Seite für Ratsuchende, Ideenlose, Sparfüchse und Neugierige. Hier gibt es zwar kein Trockenobst mit Nüssen, aber immerhin eine genussvolle, leichtverdauliche Mischung aus allerlei Wissenswertem rund um die Alte Kanti.  Von Regina Knüsel und Alessandro Landolfo, G19A Life Hacks Wissenswertes rund um das Leben an der Alten Kanti Bekannt ist, dass man in der Mensa seine leeren körperlichen Energiespeicher nach einem stressigen Tag durch das Mampfen von Cookies & Co. auffüllen kann. Ein Stockwerk über der Cookie-Station, im Medienzentrum, gibt es allerdings auch eine Ladestation für unseren geliebten Begleiter, das Handy. Wer kennt es nicht? Der Akku ist leer, dabei braucht man seinen treuen Begleiter doch unbedingt noch. Sei es, um auf dem Nachhauseweg Musik zu hören, um in der Pause die neusten Instaposts zu checken oder um noch kurz ein Simpleclub-Video vor der Prüfung reinzuziehen. Was also tun, wenn der Akku kurz vor dem Ende steht? Wir haben die Lösung für euch. Nachdem ihr in der Mensa eure eigenen Batterien aufgefüllt habt, geht ihr beschwingt die Treppe rauf direkt ins Medienzentrum. Dort gibt es …

Fremd und doch zuhause

Viktoria Dzhamgarova, Armenierin aus der Ukraine, und Suthasini Punithakumar, aus Sri Lanka, sind beide in die Schweiz ausgewandert. Sie erzählen, wie sie die Kultur ihrer Heimatländer hier leben und weitergeben. Von Paynavi Punithakumar und Valeria Tomassini, G19A [Bild: Paynavi Punithakumar & Valeria Tomassini] «Ich fühle mich zu 100 Prozent armenisch» Ich bin in Aserbaidschan geboren. Doch schon als ich vier Jahre alt war, musste ich mit meiner Familie in die Ukraine fliehen, da der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan ausbrach. Viele Menschen flüchteten in die Ukraine, unter anderem auch viele meiner Verwandten. Meine Ururgrosseltern kamen aus Armenien. Ihnen war ihre Herkunft und ihre Kultur sehr wichtig und sie gaben sie ihren Kindern weiter. Auch diese gaben die armenische Lebensart weiter, und so machten es auch meine Eltern. Obwohl wir in der Ukraine lebten, erzählten mir meine Eltern viel über die armenische Kultur. Wie die Menschen in Armenien zu allen, auch Fremden, offen sind und sie an ihre Tische einladen. Sie kochten mit mir armenische Gerichte, die immer mit vielen Kräutern gewürzt sind, und sie erzählten …

Hypebeasts – einfach lächerlich!

Von Daut Limani und Olivier Schade, G19A Vor allem bei jungen Leuten, die nicht wissen, was sie mit dem Geld der Eltern oder dem Lehrlingslohn anfangen sollen, ist oft zu beobachten, dass sie sich teure Markenkleider anschaffen. Dies gibt dem Ego einen Boost, und ausserdem ist man bei seinen Freunden besser angesehen, wenn man die neusten und teuersten Markenkleider trägt. Das glauben sie wenigstens. Denn es ist natürlich ein grosser Quatsch! Und zudem ökonomisch höchst fragwürdig. Durch starke Limitation der Stückzahl wird der Preis nämlich künstlich hochgetrieben. Da spielt es dann keine Rolle, ob die Kleider gut aussehen oder nicht. Für die sogenannten Hypebeasts, die auf diese Masche hereinfallen, zählt einzig, dass sie etwas aus der neusten Kollektion der angesagten Marken besitzen. Es geht also nicht um eine Frage des Styles, sondern einfach darum zu zeigen, dass man viel Geld ausgeben kann für wenig Mode. Reine Protzerei. Die erworbenen Kleider werden zudem oft wild durcheinander kombiniert – und teilweise wird das Preisschild mit dem Markenlabel bewusst nicht entfernt. Nichts gegen das Tragen von Markenkleidern, aber …

Lernen für das Klima

Es war das Buch «The Magic of Tidying-up», das Carla Opetnik den Anstoss für ihre besondere Lebensweise bot. Heute ist es Carla selbst, die ihre Mitmenschen «mit einer Prise Ungeduld» und grossem Engagement zum Nachdenken bewegen will, um die Welt ein Stück offener – grüner – zu machen. Ihre Leidenschaft vermittelt die Zürcher Studentin in zahlreichen Projekten wie «bonnieversum» oder «minimalwastezurich». Im Web-Interview bietet sie uns einen Einblick in eine alternative Welt –eine, welche die Bedeutung von Konsumverzicht thematisiert und den Begriff der «Nachhaltigkeit» in ein neues Licht rückt. Von Tatjana Gligorevic, Nick Häusler und Anna Piani, G19A [Bild: zVg] Carla Opetniks Tag beginnt mit einer Dusche. Dann die Velofahrt zum Take-Away, einkaufen, Mittagessen in der Mensa. Wenn sie unterwegs ist, trägt sie stets wiederverwendbare Becher und Taschen bei sich, besucht Unverpacktläden, die Lebensmittel zum Abfüllen anbieten, verwendet Badeartikel in Seifenform und besitzt ein Gemüse-Abo für günstiges Gemüse, dem der Kompost droht. Carla Opetnik lebt «Zero Waste». Und das seit nunmehr vier Jahren. Anfangs war sie knallhart mit sich selbst, wollte alles richtig und nachhaltig …

Wir helfen dort, wo es uns braucht

Schon seit vielen Jahren gibt es an der Alten Kanti Aarau eine Schulkommission. Genau. Nur, was tut so ein Gremium? Und braucht es so was überhaupt? – sage&schreibe hat bei Dr. Ruedi Bürgi, ehemaliger Oberrichter und Präsident der Schulkommission, nachgefragt – und überraschende Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen unserer Schule bekommen. Von Giada Di Lorenzo und Alexandra Ihle, G19A [Bild: Naima Zürcher] sage&schreibe: Was genau ist die Schulkommission und was sind ihre Aufgaben? Ruedi Bürgi: Eine Schulkommission gibt es an jeder Mittelschule im Aargau. Früher hatte die Kommission eine Aufsichtsfunktion. Heute aber dient sie als beratende und unterstützende Organisation; somit ist sie selbst nicht tätig an der Schule, arbeitet aber eng mit dem Rektor und auch mit der Schulleitung als Ganzem zusammen. Unsere Aufgabe besteht darin, übergeordnete wie auch aktuelle Fragen und Probleme zur Schule und deren Entwicklung zu diskutieren und Lösungsansätze zu finden oder Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Die Kommission kann auch als Ombudsstelle Beanstandungen von Lehrpersonen, Schülerinnen und Schülern oder deren Eltern behandeln und wird zudem bei Personalauswahl der Schulleitung beigezogen. Als …

Wir haben die gleichen Pflichten, aber nicht die gleichen Rechte

Die Jenischen, oft auch «Fahrende» genannt, gehören zu einer Minderheit in der Schweiz, der von der Gesellschaft wegen ihrer Lebensart nicht selten mit Zurückhaltung, Misstrauen oder gar offener Ablehnung begegnet wird. Wir wollten genauer wissen, was das für ein Leben ist, wenn man während der Sommermonate mit der ganzen Familie von Ort zu Ort zieht. Daniel Huber, Präsident der Radgenossenschaft Zürich und heute «sesshaft», hat sich unseren Fragen gestellt. Von Naima Zürcher und Anna Lisa Lüthy, G19A sage&schreibe: Sie waren lange Jahre mit Ihrer Familie unterwegs. In welcher Beziehung stehen Sie zur jenischen Lebensweise? Daniel Huber: Grundsätzlich sind ja nicht alle Jenischen unterwegs, und wer auf die Reise geht, tut es nur während der warmen Monate. Ich zum Beispiel war nicht von klein auf auf der Reise. Aufgewachsen bin ich im Helmetschloo, in einer jenisch geprägten Strasse von Zürich, wo ich mit meinem Vater in einer kleinen Wohnung lebte. Mein Vater war ein sogenanntes Kind der Landstrasse. Zur Erklärung: 1926 begann die schweizerische Stiftung «Pro Juventute» den Fahrenden, insbesondere den Jenischen und Sinti, ihre Kinder …

Rennen ist ein Teil von mir

Valentina Rosamilia besucht die Sportabteilung der Alten Kanti Aarau und kann über 800m mit der Leichtathletik-Weltklasse mithalten. Wir haben darüber gesprochen, was es bedeutet, so viel Zeit und Leidenschaft in den Sport zu investieren und worauf es bei einem Wettkampf ankommt. Von Rahel Furrer, G19A [Bild: zVg] Valentina macht Sport, seit sie klein ist; damals trainierte sie neben Leichtathletik auch noch Eishockey und Triathlon. Wirklich festgelegt auf die Leichtathletik hat sie sich erst im Herbst letzten Jahres, und dies mit Erfolg: Im Sommer 2021 lief sie über 800m auf den dritten Platz bei der U20 EM und auf den zweiten Platz bei der U20 WM. Die richtige mentale Einstellung Es erfordert viel, einen solchen Wettkampf erfolgreich zu meistern. Nicht nur die körperliche Kondition, sondern auch die mentale Einstellung ist entscheidend. «Bei einem guten Wettkampf denke ich während dem Laufen an gar nichts», meint sie. Kommen nämlich Gedanken hoch wie ‹ich bin müde› oder ‹meine Beine brennen›, ist es unmöglich, sein volles Potential auszuschöpfen. «Ich bin überzeugt, dass der Kopf vor allem beim Sprung zwischen Mittelfeld …

Lifestyle

Beim Wort Lifestyle handelt es sich wortgeschichtlich um eine doppelte Entlehnung: Zuerst übernahm das Englische den Begriff aus dem Deutschen, dann kam er als Rückentlehnung wieder ins Deutsche zurück. Das Zentrum für digitale Lexikographie der deutschen Sprache zeichnet den Weg des Wortes sehr präzise nach. Demgemäss wird der Begriff Lebensstil des Individualpsychologen Alfred Adler im Jahr 1929 auf Englisch mit «life-style» (mit Bindestrich) wiedergegeben. Erst ab 1946 erscheint lifestyle als eigener Eintrag im Oxford English Dictionary mit der Bedeutung «style or way of living». Das neue englische Wort verbreitet sich anschliessend über den Bereich der Individualpsychologie hinaus in den der Soziologie: Der Begriff Lebensführung von Max Weber wird 1958 mit «style of life» übersetzt, und Louis Wirth gibt seinem Aufsatz den Titel Urbanism as a Way of Life, deutsch: «Urbanität als Lebensform». Aus der Soziologie wird der Begriff lifestyle in die entstehende Konsum- und Werbeforschung übernommen und Ende der Achtzigerjahre zurück ins Deutsche entlehnt. Allerdings verengt sich dabei die Bedeutung: Im Englischen heisst lifestyle dasselbe wie das deutsche «Lebensstil», im Deutschen dagegen ist lifestyle ein …

Der Konsumzyklus

Von Lena Tschannen, G20F Bald ist es wieder so weit. Diese grelle, blendende Zeit im Jahr, wo die Geschäfte bereits Anfang November ihr gesamtes Weihnachtssortiment herausholen und die perfekten Geschenke im Schaufenster stolz positionieren. In dieser Zeit ist dem Weihnachtswahn nicht zu entkommen. Wohin man auch geht, die grellen Weihnachtsgirlanden, Samichläuse und Engel werden folgen. Weihnachten, das Fest des Gebens und Nehmens. Was war noch mal der Ursprung dieses Festes? Ah, ein Geburtstag! Da ist es nur logisch, dass man sich beschenkt – stellvertretend für das Geburtstagskind, das leider längst verstorben ist. Wer war das noch mal? Weiss das noch jemand? Zweifellos ist der Ursprung von Weihnachten in der heutigen Konsumgesellschaft längst untergegangen. Jedes Jahr wird er aufs Neue begraben unter einem Haufen Weihnachtsguetzli und Geschenke. Das Fest der Liebe. Eine Sünde! Da hilft auch nicht der Besuch des Weihnachtsgottesdienstes, mit dem ohnehin nur für eine Stunde die innere Leere gefüllt wird. Aber bald ist ja Ostern. Dann kann wieder sorgenfrei die Schokolade weggegessen werden. Hauptsache, ein weiteres Datum im Konsumkalender unserer Gesellschaft.

Im Kreis

Ziehen im Oberschenkel, Schmerzen im linken Knie. Toxische Männlichkeit, zumindest in Bezug auf den Säurehaushalt der Beinmuskulatur. Dranbleiben! Dem Typen hinter mir gestehe ich so kurz vor der Passhöhe kein Überholmanöver mehr zu. Die Lippen sind trocken, der Atem geht stossweise, das Merinotrikot nimmt den Schweiss zuverlässig auf. Vorfreude auf die obligate Cola Zero auf einer Scheitelhöhe von 2239 Metern.

Beten und arbeiten in Einsiedeln

Schon seit fast elf Jahrhunderten lebt im Kloster Einsiedeln eine Gemeinschaft der Benediktiner. Sie lebt nach der Regula Benedicti, dem Kodex des heiligen Benedikt. Ein Tag im Kloster ermöglichte uns einen Einblick in die Lebensart und die Gedankenwelt der Einsiedler Mönche. Von Olivier Schade und Johannes Voss, G19A [Bild: zVg] Hoch ragen die beiden Glockentürme über den Hausdächern von Einsiedeln auf, als wir Richtung Kloster gehen. Jedoch wird uns die wahre Grösse des Klosters erst bewusst, als wir auf dem neuen Vorplatz stehen. Wir sind verabredet mit Frater Clemens an der Klosterpforte. Frater Clemens ist ein Bruder, der die Priesterweihe noch nicht empfangen und somit den Titel des Paters noch nicht bekommen hat. Er begleitet uns durch die weiten Gänge des Klosters, über einen Hintereingang in den unteren Chor der Kirche. Dort stehen bereits einige Patres im Messegewand, um an der täglichen Messe, dem Konventamt, teilzunehmen. Die Wände und Säulen und auch die Decke sind reich geschmückt mit vergoldeten Verzierungen und farbigen Gemälden. Ein bleibender Eindruck. Viel Zeit zum Staunen bleibt uns aber nicht, da …