Alle Artikel in: Aktuelles

Erdbeeren mit Niveau

Von Fiorenza Larcher, G20F Also ich kann es jeweils kaum erwarten, die ersten Erdbeeren vom Feld zu pflücken. Die kalten Monate kommen mir ewig vor. Aber jeden Sommer werde ich wieder belohnt: diese vollreifen, süssen, heimischen Erdbeeren – göttlich. Wieso nur gibt es Leute, die im Winter und Frühjahr so teure, geschmacklose Hartgummi-Erdbeeren kaufen? Es ist nicht zu verstehen. Erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass im sehr trockenen südlichen Spanien, von wo die meisten Hors-Saison-Erdbeeren in den Schweizer Läden stammen, die für die Früchte-Produktion nötigen Wasserressourcen weitestgehend fehlen. Das führt dazu, dass wegen staatlich verordneter Einschränkungen auch illegal Wasser gezapft und Landwirtschaft betrieben wird. Als Schweizer Verkäufer kann man also nie so genau wissen, ob man nun illegal oder legal produzierte Erdbeeren verkauft. Den Winter-Erdbeer-Konsumentinnen ist das einerlei. Sie übersehen die klein gedruckten Ländernamen gerne – oder schauen gar nicht erst hin. Hauptsache: Erdbeeren, anytime. Ihnen rate ich: Kaufen Sie jetzt Erdbeeren, saisonal und regional, im Supermarkt oder beim Erdbeerbauern – und geniessen Sie! Wenn Sie sich dann in den kalten Monaten bewusst an …

Einst ein No-Go – heute ein Must

Von Daut Limani und Olivier Schade, G19A Wer heutzutage stylische Sneaker anzieht, trägt dazu meistens weisse Socken, vorausgesetzt, auch der Schuh enthält ein kleines bisschen Weiss. Besonders beliebt sind die weissen Sportsocken von Nike; die werden wie Tennissocken getragen, also bis unter den Wadenmuskel hochgezogen. Die Nike-Socken wurden in den letzten Jahren immer mehr zur Standardsocke von Streetwear-Interessierten. Während weisse Socken unter jungen Leuten längst akzeptiert und sogar trendy sind, gelten sie unter älteren Menschen immer noch als absolutes No-Go und werden als übles Aargauer Klischee abgestempelt. Zu Unrecht! In Wahrheit waren die Aargauer ihrer Zeit einfach voraus, als echte Trendsetter. Es ist also völlig okay, weisse Socken zu tragen, auch zu komplett weissen Sneakern – aus dem ebenso simplen wie einleuchtenden Grund, dass weisse Socken mit jeder anderen Farbe kombiniert werden können und dabei einfach immer schick aussehen. Klar, kein Mensch kommt auf die Idee, zum Beispiel knallgrüne Socken mit roten Schuhen zu kombinieren, das sieht grauenhaft aus. Doch farbige Schuhe und weisse Socken – das passt. Deshalb, liebe Aargauerinnen und Aargauer: Holt die …

Die dritte Hälfte

Von Lukas Wampfler, Mathematiklehrer [Bild: zVg] Lieber Peter, vor zwei Jahren fand bereits die erste Hälfte deiner Verabschiedung statt. Die Schule hat dir für den langjährigen Einsatz als Prorektor gedankt und wir haben uns auf zwei Jahre gefreut, wo du wieder «nur» unserer Fachschaft angehören würdest. Es ist aber anders gekommen. Du musstest unverhofft und unfreiwillig noch einmal für ein paar Monate ins Prorektorat. Doch du hast auch diese Herausforderung sportlich angenommen und souverän gemeistert. Nun trittst Du also doch in den Ruhestand – wobei du wahrscheinlich weder ruhen noch stehen wirst. Dafür gibt es zu viele Strecken, die erfahren werden können, Gegenden, die erkundet sein wollen. Für deine Projekte, denen du dich in Zukunft intensiver widmen kannst, wünschen wir dir alles Gute. Lieber Peter, Du wirst uns fehlen. Deine sachliche und doch lockere Art sorgt für gute Atmosphäre, sei es an Sitzungen, im persönlichen Gespräch oder an geselligen Anlässen. Du vermochtest die Schülerinnen und Schüler für dein Fach zu begeistern und hast deine Begeisterungsfähigkeit auch mit anderen geteilt. Kolleginnen und Kollegen, ob jung oder …

Selbstnähe

Von Alexandra Ihle, G19A Wenn wir von Nähe reden, denken wir meistens an die Nähe zu anderen und fast nie an die Nähe zu uns selbst. Eigentlich merkwürdig, denn wir sind uns doch selbst am nächsten. Gemäss Duden wird «sich nahestehen» folgendermassen verstanden: «aufgrund einer Eigenart oder bestimmter Merkmale in die Nähe einer Sache gehören, ihr benachbart sein oder zu jemandem in enger Beziehung stehen, zum Beispiel einer Person oder auch einer Partei». Würde diese Definition auf die Nähe zu sich selbst übertragen, könnte diese folgendermassen erklärt werden: Mir selbst nahe bin ich dann, wenn ich mich so gut kenne, dass ich mir meiner Eigenart mit allen Bedürfnissen und Wünschen bewusst bin. Hand in Hand mit Selbstnähe gehen Selbstakzeptanz und, als Steigerung davon: Selbstliebe. Auch das Vertrauen in sich selbst gehört dazu. – Und in welcher Beziehung stehen diese Begriffe zu einander? Selbstakzeptanz und Liebe. Die beiden Begriffe sind selbsterklärend, aber ihr Verhältnis ist kompliziert. Denn es ist möglich, sich selbst zu akzeptieren, ohne sich zu lieben. Aber Selbstliebe ohne Selbstakzeptanz – das geht nicht. …

Nähe und Distanz im Nanokosmos oder Warum der Kopf nicht durch die Wand geht

Von Dr. Michael Schär, Chemielehrer Plötzlich waren sie da: Die Abstandsregeln während der Corona-Pandemie. Fast gebetsmühlenartig wurden sie wiederholt: 1.5 Meter zwischen zwei Personen (hierzulande) – mehr Nähe musste vermieden werden. Doch egal, wieviel Nähe erlaubt ist, zuletzt gelten sowieso die ‹Abstandsregeln› des Nanokosmos. Dazu gehört, dass Atome einander nicht durchdringen wollen und zueinander auf Distanz gehen, wenn sie sich nicht verbinden können. Ausschlaggebend dafür sind ihre Hüllen mit Elektronen, welche sich gegenseitig abstossen. Gecko an der Wand, wer ist der beste Kletterer im Land? Doch Atome verspüren genauso wie wir Menschen nicht nur Hemmung, sondern auch Attraktion. Und kommen sie sich etwas näher, geschieht manchmal auch Wunderliches. Elektronen bewirken nämlich nicht nur Abstossung, sondern indirekt über Fluktuationen der Ladungsverteilung auch den Zusammenhalt von kleinsten Teilchen: ‹Van-der-Waals-Kräfte› nennt sich dies im Fachjargon. Ohne diese würde sich so manche Kunststoffpackung gleich verflüchtigen. Ihnen verdankt der Gecko, dass er Wände erklimmen kann und selbst bei einer Last von 10 Kilogramm noch an der Decke haftet. Eine ausgeklügelte Nanostruktur am Fuss des Geckos mit Milliarden feiner Haare multipliziert …

«The beauty of polyamory is loving limitlessly»

Desiring or being in multiple romantic relationships at the same time is called polyamory. Orion Toivonen from Scotland was willing to talk openly about polyamory by answering a few questions surrounding themes such as closeness, love or jealousy. Von Valeria Tomassini und Paynavi Punithakumar, G19A An unusual situation: Orion is sitting across from us – but via a screen and in Scotland. His partner Jose is listening in the background as we begin the interview. Orion, currently, you are only in one relationship – with your anchor partner Jose, who is also dating Jaana who has three additional partners. What do the terms closeness, intimacy and love mean to you? How would you distinguish them? Orion: Love is something that you can feel with everyone: You can feel it with friends, maybe even with a stranger that you pass on the street. It is a feeling of appreciation. Closeness, however, I consider something more reserved to the people nearest to me. Although, I am not only close to people that I am involved with romantically, …

«Nähe ist Nahrung für den Körper»

Assunta Amatucci ist gelernte Sexualbegleiterin und Berührerin für Menschen mit Beeinträchtigung. Wir haben die 55-Jährige in ihrer Praxis in Solothurn besucht, um mehr über diese noch immer weitgehend tabuisierte Arbeit zu erfahren. Wir wollten wissen, wie sie mit ihren Klientinnen und Klienten umgeht und was für sie Nähe bedeutet. Von Olivier Schade und Johannes Voss, G19A Was genau ist eine Berührerin? Grundsätzlich geht eine Berührerin oder ein Berührer auf die individuellen Bedürfnisse des Klienten oder der Klientin ein: eine Hand auf den Rücken legen, eine Hand- oder Fussmassage, es kann den ganzen Körper beinhalten, es kann nackt oder bekleidet stattfinden, es kann aber auch nur ein Gespräch sein. Immer geht es darum, diesen Menschen mit Behinderung oder Senior(inn)en etwas zu geben, was sie nirgendwo sonst bekommen können. [Bild: Olivier Schade] Gibt es dafür eine spezifische, anerkannte Ausbildung? Ja, das ist die Ausbildung als Sexualbegleiter/-in. Berührer/-in können sich alle nennen, nicht aber Berührer/-in nach InSeBe (Initiative SexualBegleitung). InSeBe ist eine von mehreren Organisationen, welche die Ausbildung als Sexualbegleiter/-in anbieten. Wie haben Sie zu diesem Thema gefunden? …

Nähe

Nicht selten zeigt sich erst im Gespräch die wahre Komplexität der Welt – oder wenigstens des vertrauten Begriffs «Nähe». Aber wenn ein Romanist und eine Germanistin zusammen reden, ist auch der Stift nicht weit – und das Flüchtige wird in kondensierter Form fassbar gemacht. Von Francesco Mugheddu und Jacqueline Seiler Auf die Frage «Was ist also Nähe?» könnte man analog zu Augustinus’ Konfessionen über die Zeit antworten: «Wenn mich niemand danach fragt, weiss ich es; will ich es einem Fragenden erklären, weiss ich es nicht.» Tatsächlich ist «Nähe» ein höchst flüchtiger, mehrdeutiger und manchmal paradoxer Begriff. Je nach Kontext ist sie zeitlich, räumlich oder als Gefühl zu deuten, in eigenem bzw. übertragenem Sinn zu verstehen. Als konstitutiv relationaler Begriff nimmt «Nähe» je nach Beziehungsart (Familien-, Liebes-, Freundschafts-, Gesellschaftsbeziehungen etc.) immer neue spezifische Bedeutungen an. Ein medusischer Begriff, bei dem sich immer auch die Frage nach der «richtigen» Nähe stellt. Das Bild der Schärferegulierung bei Fotokameras verdeutlicht diese Problematik: Zoomen wir zu weit raus, ist der Fokus unklar. Sind wir zu nahe dran, entfällt der Kontext …

Kann man Nähe kaufen?

Der Mensch ist ein soziales Wesen und auf die Nähe zu seinen Mitmenschen angewiesen. Aber was, wenn man diese Nähe in seinem Umfeld nirgends finden kann? Genau diese Zielgruppe spricht «rent a friend» an, das Online-Portal, welches Menschen, die sich einsam fühlen, einen unkomplizierten Weg zu neuen Freundschaften verspricht. Der einzige Haken dabei: Man muss den gemieteten «friend» für die gemeinsam verbrachte Zeit bezahlen. Geniale Geschäftsidee oder schamloses Ausnützen von Einsamkeit? Wir haben den aus Deutschland stammenden Wahl-Basler Leon C. gefragt, einen der potenziellen Friends, die gebucht werden wollen. Von Naima Zürcher und Anna Lisa Lüthy, G19A Auf der amerikanischen Website «rent a friend» kann man sich als «friend» ein Profil einrichten, worauf sich Interessierte melden können. Kaffee trinken, spazieren, ins Kino gehen oder sogar zusammen verreisen; auf diesem Portal kann man sich für fast alles einen Freund oder eine Freundin mieten. Eine Freundschaft im Austausch für Geld hört sich erst einmal bizarr an. Doch die Idee von «rent a friend» findet in den Staaten sowie manchen Teilen Asiens bereits seit einiger Zeit grossen Zuspruch, …

Die Kunst der Berührung

In vielen Sportarten, aber auch im künstlerischen Bereich ist der Körperkontakt als besondere Form von Nähe zentral. Haut, Schweiss, Atem – wie fühlt sich solch extreme Nähe an? Wir haben den mehrfachen Kickbox-Weltmeister Rocco Cipriano, den «eidgenössischen» Schwinger Nick Alpiger und die Tänzerin und Choreographin Brigitta Luisa Merki getroffen und nach ihren Erfahrungen gefragt. Von Nick Häusler und Daut Limani, G19A Im Schwingen ist die Berührung während des Kampfes permanent vorhanden. Damit kennt sich der erfolgreiche Aargauer Schwinger Nick Alpiger bestens aus. Das gegenseitige Berühren beginnt im Schwingen aber bekanntlich schon vor dem Kampf – beim Händedruck, der schon einige Informationen über den Gegner liefert. Nick Alpiger begegnet jedem Gegner gleich, wenn er auch seine Taktik am Schwingstil des Kontrahenten ausrichten muss. Oder an dessen Grösse. Die Nähe im Kampf setzt ziemlich viel Masse in Begegnung, da wirken grosse physikalische Kräfte. Die Verletzungsgefahr schwingt deshalb immer mit. In den Gedanken eines Schwingers darf sie aber keinen grossen Platz einnehmen, denn die Angst vor Verletzungen wirkt sich negativ auf den Kampf aus. Zögerlich angesetzte Schwünge, Passivität …

Die Alte Kanti in Zeiten von Corona – Teil IV

Eine Schule durch eine Pandemie führen ist nicht nur organisatorisch, sondern auch emotional eine Herausforderung – Krisenbewältigung zwischen Hoffen und Bangen. Dies zeigt sich auch im vierten Teil der Corona-Chronologie. Aber vielleicht ist es ja der letzte…! Von Dr. Andreas Hunziker, Rektor Nachdem seit Ende Dezember 2021 die extrem ansteckende Omikron-Variante des Coronavirus dominiert, explodieren die Fallzahlen – in der gesamten Gesellschaft und logischerweise auch bei uns an der Schule. Beim Schulbeginn im neuen Jahr befinden sich über 50 Schulangehörige wegen einer Covid-19-Infektion in Isolation. In den drei Wochen bis zu den Sportferien bleiben die Zahlen konstant hoch. Der Präsenzunterricht läuft weiter, selten weist jedoch eine Abteilung Vollbestand auf; immer wieder werden Schülerinnen und Schüler oder Lehrpersonen per Teams von zu Hause aus zugeschaltet. Sportferien «Skilager finden trotz Corona statt.» – so titelt die Aargauer Zeitung am 27. Januar 2022. Und im Lead heisst es reisserisch: «Aargauer Kantonsschulen trotzen der dringlichen Empfehlung des Regierungsrats, momentan auf Lager zu verzichten.» Aus heutiger Sicht lässt sich sagen: Zum Glück haben wir uns der regierungsrätlichen Empfehlung widersetzt und …

Sichere Häfen für Kinder mit Bindungsstörung

Unser Selbstwert hat sehr viel mit Nähe und sicheren Bindungen bereits im Säuglings- und Kindesalter zu tun. Die Tatsache aber, dass 40 bis 50 Prozent der Menschen als Kind eine unsichere Bindung erfahren haben, lässt aufhorchen. Prof. Dr. Guy Bodenmann, ein führender Experte in der klinischen Paar- und Familienpsychologie, gibt im Interview vertiefte Einblicke in die Thematik der Bindung beziehungsweise Bindungsstörung im Kindesalter. Von Tatjana Gligorevic und Anna Piani, G19A «Stellen wir uns die Psyche als Haus vor. Der Selbstwert ist das Fundament, und alles andere baut darauf auf. Wenn das Dach langsam löchrig wird, die Ziegel nicht mehr festsitzen, kann es sein, dass ein Sturm ein paar Ziegel wegbläst und schlimmstenfalls das Dach davonfliegt. Das Haus an sich aber steht weiterhin robust da – alles ist nicht so schlimm. Wenn hingegen das Fundament schlecht ist, nimmt das Haus schwerere Schäden.» Prof. Dr. Guy Bodenmann sage&schreibe: Welche Bedeutung hat «Nähe» für Kleinkinder? Guy Bodenmann: Im Bindungsaufbau des Säuglings nimmt Stress eine zentrale Rolle ein. Der Säugling ist auf eine feinfühlige Bezugsperson (in der Regel vor …

«Wenn ich massiere, bin ich einfach locker»

Insbesondere Menschen mit Downsyndrom wird ein offener und herzlicher Umgang mit ihren Mitmenschen zugeschrieben. Der Aargauer Simon Federer ist da keine Ausnahme. Was ihn aber besonders macht: Als Masseur hat er eine besondere Art von Nähe zu seinem Beruf gemacht. Von Rahel Furrer und Regina Knüsel, G19A [Bild: Rahel Furrer] Um einen Interviewtermin mit Simon Federer zu vereinbaren, riefen wir ihn an und erhielten nach unserer Anfrage eine Einladung zu ihm nach Hause. Erfreut über diese unerwartete Gastfreundlichkeit, erkundigten wir uns nach der genauen Adresse, doch er bot uns an, uns direkt beim Bahnhof abzuholen. So erwartete uns in Turgi ein klein gewachsener Herr in schwarzem Mantel, der uns herzlich in Empfang nahm. Anschliessend führte er uns in seine Wohnung, in der er bereits seit einiger Zeit allein wohnt. Wir kamen sofort ins Gespräch und waren beeindruckt von seiner klaren Ausdrucksweise. An Formalitäten hielten wir uns nicht lange, schon bald wechselten wir zum Du, so dass das Gefühl aufkam, einander schon länger zu kennen. Simon Federers Wohnung zeugt von dem, was er in seinem Leben …

Schund

Von Reinhold Bruder* «Schund!», het de Tüütschleerer krääit, mit der äinte Hand es John-Kling-Heftli gschwänkt und mit der anderen em Fränzu äis putzt. «Wi mängisch mues is no sääge? Dir sind Bezirksschüeler. Und Bezirksschüeler lääsen Aaspruchsvous. I der Schueubibliothek gits gueti Jugetbüecher, Saage und Sachbüecher. Settige Mischt wott i i mim Zimmer nie me gsee.» Er het s Heftli no äinisch i d Luft ghaa und denn verrisse. De Fränzu het e rooti Baggen überchoo und de zum Ürsu überegscheechet und gmützeret. Beed händ i de Mappe no mee Fueter ghaa; der äint Jim Strong, der ander Micky Maus. Am Schluss vo der Stund – aui händs gsee – isch de Leerer zum Roland ggange und het em e Band griechischi Saage änegstreckt. Wider äinisch het de Grosvatter Roland zäme mit siner Fräu Rosa e Psuech bi de Grooschind gmacht, bim zääjeerige Georg und bim achtjeerige Gregor, der äint e groosse Lääser, der ander het no nie freiwiuig es Buech i d Hand gnoo. Im Gepäck händ d Groseutere zwöi Büecher ghaa. Daas Moou nüüt …

Interview Corina Eichenberger

Corina Eichenberger Rechtsanwältin und Politikerin (ehem. Grossrätin und Nationalrätin) Matura: 1974 [Bild: zVg] Fassen Sie Ihre Kantizeit in einem Satz zusammen. Ich denke gerne an diese schönen und unbeschwerten Kantijahre zurück. Wie sieht Ihr bisheriger Karriereweg aus?Welches sind die wichtigsten Eigenschaften in Ihrem Beruf? Als Rechtsanwältin ist die Fähigkeit zentral, sich in die Gegenpartei (und als Mediatorin in die Streitparteien) einzudenken und manchmal auch einzufühlen, um gute Lösungen und Argumente beziehungsweise Gegenargumente zu finden. Diese Fähigkeit ist auch in der Politik sehr nützlich. Weshalb sind Sie Mitglied im Ehemaligen-Verein der Alten Kanti? Nostalgische Gründe und Erinnerungen an die Schulzeit haben mich motiviert, dem Ehemaligen-Verein beizutreten. Schöne Erinnerungen wecken positive Gefühle, und die tun gut.

In der sechsundvierzigsten Minute

Von Adriana Catanese, G19K Das Leben auf dem Land, Früchte und Blumen in allen Farben verwelken mit der Zeit. Zusammen leben wir in einem alten Haus. Meine Mutter, mein kleiner Bruder und ich. Seitdem ich sechzehn Jahre alt bin, gehe ich nicht mehr zur Schule. Ich helfe unserer Mutter bei der Arbeit, denn sie wurde ihrer Gesundheit beraubt. Sie ist Schneiderin mit jahrelanger Erfahrung. Seit drei Jahren bin ich es auch. Mein Bruder ist sechs Jahre alt. Wichtig ist er mir, so wichtig wie Mutter mir auch ist. Der Tag, an dem er geboren wurde, zählt zu den schönsten meines Lebens. Neues Leben. Gesundes Leben. Neun Jahre vor der Geburt meines Bruders brachte Mutter in der sechsundvierzigsten Minute der sechsten Morgenstunde ein für immer schlummerndes Kind zur Welt. Ihr Grab befindet sich in unserem Garten. Damals war ich zehn Jahre alt. Wie ungerecht war es, dass meine Mutter ihr geliebtes Kind nie lebendig in die Arme nehmen durfte. Wie ungerecht war es, nie auf die Welt kommen zu dürfen. Wie grausam war der Tod. Und …

Ichigo ichie (Japanisch)

Von Kokone Shigemitsu* 「一期一会」これは日本に古くから伝わることわざである。意味を簡単に説明すれば、世の中は一生に一度限りの出会いで溢れているということだ。これからあなたが出会う人、今まで出会った人。彼らとはもう2度と会うことがないかもしれない。だから、どんな出会いも大切にしなさい、という教えである。 [Bild: rietberg.ch] この言葉は茶道を通して伝えられた。あなたの今、目の前にある貴重な茶碗を見るのは最後になるかもしれない。同席している他のお客さんと出会うことはもうないかもしれない。現代のわたしたちからすれば大袈裟に聞こえるかもしれないが「どんな長い人生を生きても、同じ日は一度たりともない」ということをこの言葉からひしひしと感じる。 私がこの言葉に自分なりの意味を持たせるとすれば、「出会いと別れは簡単にやってきてしまうのだから、それらを見逃さないように」となるだろうか。さよならを突然言わなければならないことなんて、とても稀だけど、私には忘れられない別れがある。あれは2020年の春だった。世界的なパンデミックにより、私のスイスでの留学生活が急に終わりを告げた。クラスメイトや先生方に、直接お礼もお別れの言葉も言えないまま、私はスイスという国を後にすることになった。もうあれから2年が経った。今でも時々、スイスにいた日々を思い出すことがある。出会った人々や景色を懐かしむこともある。今振り返ってみると、私にとっての留学は「人生でまたとないほど貴重な経験」だったし、本当に大きな意義のあるものだった。 21世紀になった今日でも、出会いも別れも知らない間に訪れることはある。簡単に連絡が取れる時代だけど、だからこそ再会できることはとても特別だ。「周りの人を大切にするということ」古くから伝わる「一期一会」という言葉がそれを忘れるな、といつも私に語りかけている。 * Kokone Shigemitsu war 2020 Austauschschülerin in der damaligen Abteilung G1A. Sie lebt und studiert heute in Tokio.

Begegnung erleben

Am 8. und 9. März 2022 hatten die Schülerinnen und Schüler aller 2. Klassen der Alten Kanti die Gelegenheit, im Rahmen von massgeschneiderten Modulen spannende Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Gesellschaft kennenzulernen. Die sage&schreibe-Redaktorinnen Amina Colombo, Alexandra Ihle, Ella Jost, Paynavi Punithakumar, Valeria Tomassini und Selina Wick haben ausgewählte Module besucht und berichten hier von ihren Erfahrungen und Eindrücken. Modul Psychische Krankheiten Das Thema «psychische Krankheiten» ist aktueller denn je. Die Kliniken sind voll, die Warteschlangen lang. Vor allem mit der Pandemie und der damit verbundenen Isolation ist das Thema «Gesundheit» und eben auch die «psychische Gesundheit» mehr in den Fokus gerückt. Früher ein Tabuthema, wird heute immer mehr offen darüber gesprochen. Dadurch fällt es Jugendlichen, die übrigens besonders stark betroffen sind, leichter, sich über ihr psychisches Befinden zu äussern. Das sagt auch Lukas Bösiger, Psychologe, den wir Anfang März im ask! zusammen mit der G20H im Rahmen des Projekthalbtages «Begegnungen» getroffen haben. In diesem Modul, dass sich rund um psychische Krankheiten und mentale Gesundheit drehte, durften wir einen vertieften Einblick in den Fachbereich der …

Schreibwettbewerb 2022 – Jurybericht

Nach einer einjährigen Coronapause fand 2022 wieder der traditionelle Schreibwettbewerb der Alten Kanti statt. «46 Minuten» hiess das Thema, das Schreiberinnen und Schreiber aus insgesamt 5 Abteilungen herausforderte. Von Andreas Neeser, Deutschlehrer und Jurymitglied In der gut gefüllten Aula wurden am 16. März 2022 nicht weniger als 5 prämierte Texte von den Autorinnen und Autoren vorgelesen. Ein eindrücklicher Lesereigen, was nicht zuletzt dem Vorlese-Coaching von Theaterregisseurin Andrea Santschi geschuldet war. Zahlreiche fein ausgearbeitete Texte hatten es der Jury – bestehend aus den Deutschlehrern Christoph Neidhart, Andreas Neeser, Peter Sutter und Lukas Tonetto – nicht leicht gemacht, das vom Ehemaligen-Verein AULA gespendete Preisgeld von 600 Franken gerecht zu verteilen. In der Kategorie 1./2. Klassen schwang schliesslich Jakob Schildhauer (G20F) obenaus. Der geteilte 2. Platz ging an Caroline Ritter (G20F) und an Nadina Schaerer (G20B). In der Kategorie 3./4. Klassen wurden zwei 2. Plätze vergeben – und zwar an Florian Brenner (G19K) und Adriana Catanese (G19K). Hier gibt es die Siegertexte zum Nachlesen: Jakob Schildhauer, Sechsundvierzig Minuten Caroline Ritter, 46 Minuten Nadina Schaerer, 1938 Florian Brenner, 46 …

«Die Schönheit der Polyamorie besteht in der grenzenlosen Liebe»

Mehrere romantische Beziehungen zur gleichen Zeit leben wird als Polyamorie bezeichnet. Genau in so einer Beziehung lebt der Schotte Orion Toivonen, welcher bereit war einige Fragen zur Polyamorie zu beantworten. Dabei werden Themen wie Nähe, Liebe oder Eifersucht in polyamorösen Beziehungen behandelt. Von Valeria Tomassini und Paynavi Punithakumar, G19A Eine ungewöhnliche Situation für ein Interview: Orion sitzt uns gegenüber, jedoch nicht an einem Tisch, sondern mehrere Kilometer entfernt, in Schottland. Über den Smartphonescreen sehen wir Orion in seinem Zimmer, seine Beziehungsperson Jose sitzt im Hintergrund und hört uns zu. Orion, du bist momentan in nur einer Beziehung. Deine Beziehungsperson Jose hat aber selbst noch drei weitere Partner. Was bedeuten die Begriffe «Nähe», «Intimität» und «Liebe» für dich? Wie würdest du die Unterschiede beschreiben? Orion: Ich glaube, Liebe ist etwas, das man bei jedem Menschen spüren kann: bei Freunden und in der Familie, vielleicht sogar bei einem Fremden, den man auf der Strasse trifft. Für mich ist es ein Gefühl der Wertschätzung. Nähe hingegen halte ich eher für etwas, das denjenigen Menschen vorbehalten ist, die mir …

Nur ein Wimpernschlag

Von Skyla Rossi [Bild: Sanne Keller] I Ich reisse die Arme hoch, halte sie vor das Gesicht, um mich vor dem nächsten Schlag zu schützen. Seine Knöchel sind bereits blutig, die Haut ist dort aufgeplatzt, wo seine Faust jeweils mein Gesicht fand. Er ist über mir, kniet auf meinen Oberarmen. Abwechselnd mit der linken und rechten Faust schleudert er meinen Kopf wie einen Ball hin und her. Sein dichtes, russfarbenes Haar ist zerzaust, das Gesicht widerlich verzerrt. Schweiss mischt sich auf seinen Wangen mit dem Blut, das von den wenigen Treffern, die ich landen konnte, aus kleinen Rissen sickert. Seine Augen sind glasig. Obwohl sie keinen Fokus zu finden scheinen, fühlt es sich an, als bohrten sie sich in mich hinein. Ich bin taub, aber ich sehe seinen Schrei, sehe, wie er den Mund aufreisst, wie der Speichel zwischen Ober- und Unterlippe Fäden zieht. Seine Faust kommt näher. Mein Blick verschwimmt. Es wird dunkel. Und wieder hell. Seine Faust ist bereits so nahe an meinem Gesicht, dass ich das Blut auf seinen Knöcheln rieche. Die …

Portraits der Mitarbeitenden

Ein Beitrag zur Umsetzung unserer Leitsätze Unsere Mitarbeitenden: Ins Unterrichtsgeschehen sind sie nicht direkt invol- viert, doch im Hintergrund stellen sie Tag für Tag das reibungslose Funktio- nieren der Alten Kanti sicher. Ob im Sekretariat, im Park oder in den Kata- komben der Telli, ob in Labors, in Büros oder in unseren weitläufigen Gän- gen, ob in der Mediothek, in Dachstöcken oder in Haustechnikräumen: über- all wird geschaut, geplant, gelöst und umgesetzt. Handfest und konkret. Oft im Stillen und unbemerkt. Der Umsetzungsgruppe Leitsätze ist es ein Anliegen, allen Schulangehörigen einen Einblick in das Wirken unserer Mitarbeitenden zu bieten. Denn: Diese tragen wesentlich dazu bei, dass die Alte Kanti als nachhaltige, attraktive, verantwortungsbewusste und professionelle Schule wahrgenommen wird. Erfreulicherweise waren viele Mitarbeitende bereit, sich portraitieren zu lassen. Die Schülerinnen und Schüler der Abteilung G21A begleiteten sie bei der Arbeit und erfuhren im Gespräch mehr über ihre Tätigkeit an der Alten Kanti. Im Rahmen des Deutschunterrichts bei Simone Leuenberger entstand diese «Portraitgalerie». Herzlichen Dank an alle Beteiligten! Machen Sie sich selbst ein Bild von der Vielseitigkeit und …

3 Gedichte mit Audio

Sterbender Sommer Bernsteinbraune Augen verlieren sich in der weiten Menge der warme Wind wirbelt in meinem Haar und roten Blättern an der Ecke zum Park Die Schönheit der Welt liegt in den Zyklen Geburt und Vergehen und alles ein Anfang Denn ich bin verliebt in den Jungen der im Café sein Buch liest in die Mädchen an der Kreuzung in die alte Dame am Zeitungskiosk Und vielleicht ist das Liebe auf Zeit. —————- Schwarzer Schnee Du tanzt barfuss im Schnee unter tintenschwarzer Nacht unsere Atemwolken schimmern im blassen Fensterlicht wann bist du so schön geworden? Jubelnde Silvestergäste hier draussen hören wir sie nicht zu zweit allein jung und frei du tanzt, ich sehe dich – doch du —————– Graffito I’m sorry I fell for you during a pandemic steht oben geschrieben an der düstergrauen Wand Warum sind es immer fremde Menschen die mir am vertrautesten sind? Von Tabea Geissmann https://sageundschreibe-altekanti.ch/wp-content/uploads/2021/12/Drei_Gedichte_von_Tabea_Geissmann.m4a

Ein Quöllfrisch – und ab nach La Spezia

Ende November trafen sich drei weisse verheiratete Männer, mittleren Alters im Zimmer15 und diskutierten zwei Stunden lang mehr oder weniger erfolgreich über den BegriffLifestyle. Getrunken haben sie dazu ein Appenzeller Quellfrösch, welche einer der dreiaus einer weissen 5-Rappen-Plastik-Tüte des nahen Grossverteiler gezaubert hatte. Von Michael Bouvard, Simon Scholl und Michael Schraner Michael B.: Eigentlich weiss ich gar nicht so recht, was das heisst Lifestyle.Michael Sch.: Übersetzt heisst es ja Lebensstil und be-schreibt eine Lebensweise. Man definiert sich über die Zu-gehörigkeit zu einer Peergruppe und über Materielles. Simon: Im Sport definieren sich Fussballer über Frisuren und Tattoos, Snowboarder und Skifahrer über bestimmte Kleidermarken und Skater über ein bestimmtes Outfit und eine eigene Sprache. Michael Sch.: Bei uns in der Kanti gab es die Buntfalten-hosenfraktion und diejenigen welche die Hosen tief trugen und Hip-Hop hörten. Zweimal dürft ihr raten, zu welchen ich gehört habe. Michael B.: Also gehört alles dazu, was das Leben ausmacht, Musik, Kleider, Film, Vorbilder. Aber auch alles was man von sich weist, von was man sich abgrenzt und wasman nicht sein will. Michael …

Biryani Rezept

Von Paynavi Punithakumar, G19A Reis: 2 Tassen Basmatireis -Reis waschen 3 Tassen Wasser 2TL Salz 1 kleines Stück Butter -Wasser, Salz, Butter und Safran aufkochen 2 Msp. Safran -Reis dazu geben -Evtl. übrig gebliebenes Wasser vom Reis abgiessen 3 Karotten -Kartoffeln und Karotten in kleine Würfel schneiden und 2 Kartoffeln -mit Salz und Chillipulver gut durchmischen 1 TL Salz Chillipulver (Menge je nach Schärfe) Öl – In einer Pfanne zuerst Karotten frittieren, danach die Kartoffeln 50g Erbsen -Erbsen anbraten Am Schluss den fertigen Reis mit dem Gemüse gut durchmischen. Poulet-Curry: 2 grosse Zwiebeln -Zwiebeln in kleine Stücke schneiden und in einer Pfanne auf mittlerer Stufe anbraten 500 g Poulet Fleisch -Das Fleisch in mittelgrosse Stücke schneiden und wenn die Zwiebeln goldbraun sind, in die Pfanne geben. 1 ½ TL Salz -Nach etwa einer Minute mit Salz und rotem Curry würzen und Wasser dazugeben, anschliessend aufkochen lassen Rotes Curry (nach Schärfe anpassen) 100 ml Wasser -Etwa zehn Minuten auf niedriger Stufe weiterkochen lassen 1/2 Zitrone oder Limette -Vom Herd nehmen und Saft der Zitrone oder Limette …

In kleinen Schritten zu einer umweltbewussteren Kanti

Auch 2021 gab es im Rahmen des Projektunterrichts an der Alten Kanti wieder einen Aktionstag rund um die Themen Ernährung, Lebensmittel und Abfall. Genau genommen war es ein Halbtag am 14. September 2021, an dem sich die Abteilungen G19A, G19F und G19H beteiligten und der von Sabrina Aegerter, Fabia Brentano, Lara Dredge und Manuela Knecht geleitet wurde. Ein Erfahrungsbericht.

«Das Leben ist kurz, deshalb darf es auch intensiv sein»

Ein Künstler-Atelier, ausgestattet mit verschiedensten Werkzeugen. An den Wänden hängen nebst Tiergeweihen Fotos von Landschaften und unendlichen Weiten – aus Grönland oder Patagonien. Eines ist darauf immer zu erkennen: ein Mann, der sich ein Ziel gesetzt hat. Sei es als Expeditionsführer in der Arktis oder als Gleitschirmpilot mit einer Gämse als Passagier im Arm – seine Lebensart bedeutet Risiko. – Wir befinden uns im Büro von Thomas Ulrich. Und was für uns auf den ersten Blick nach Risiko aussieht, ist in Wahrheit detaillierte Planung. Von Tatjana Gligorevic, Nick Häusler und Anna Piani, G19A [Bild: zVg] Es sind Selbständigkeit und Freiraum, die seinen Beruf ausmachen. Wie er sein Leben zu leben hat – das ist allein seine Sache. Ein ewiger Einzelgänger, der dafür sowohl Zuspruch als auch Kritik erntet. Thomas Ulrich tippt auf seine Uhr: «Ich wollte etwas finden, bei dem ich nicht ständig nachsehen muss, wann denn endlich Feierabend ist.» Der Vierundfünfzigjährige schloss eine Lehre als Zimmermann ab, die ihn aber nicht erfüllte. Er entdeckte seine Leidenschaft für die Fotografie und schlug damit den Weg …

Die Alte Kanti in Zeiten von Corona – Teil III

Seit seinem Amtsantritt im Sommer 2020 ist Rektor Dr. Andreas Hunziker mit seinem Team vor allem als Krisenmanager an der Corona-Massnahmen-Front gefragt. – A never ending story? Teil III seiner Aufzeichnungen jedenfalls lässt noch nicht wirklich auf eine nachhaltige Entspannung der Situation schliessen. Von Dr. Andreas Hunziker, Rektor Schulbeginn im August – ohne Masken Eher unerwartet für alle entscheidet die Kantonsregierung, dass das Maskentragen zum Schulstart im August trotz steigender Fallzahlen freiwillig ist. Eine Massnahme, die von vielen mit Freude und Erleichterung aufgenommen wird – sieht man doch endlich wieder Gesichter statt Verhüllungen –, die aber auch bei zahlreichen Lehrpersonen Unverständnis hervorruft. Und tatsächlich: Nachdem wir vor den Sommerferien fast keine positiven Fälle mehr hatten, sieht die Situation im August wieder anders aus. Etliche Schüler/-innen werden nach den Ferien positiv getestet, mehrere Abteilungen wechseln für eine Woche in den Fernunterricht – eine bewährte schulorganisatorische Massnahme, die für mehr Ruhe sorgt. Da die Fallzahlen seit Schulbeginn exponentiell zunehmen, führt die Regierung drei Wochen nach dem Schulstart die Maskenpflicht wieder ein. Ob ein Start mit Masken nicht …

«Du kannst du sein»

Mark alias Kira Lafleur hat in der Kunst, in Drag zu performen, das Glück gefunden. Wir haben die 21-Jährige Aargauerin, eine Grösse in der Zürcher Drag-Szene, über Zoom zu ihrer nicht alltäglichen Kunst befragt und einen jungen Menschen kennengelernt, dem es ein Anliegen ist, seine Leidenschaft mit anderen Menschen zu teilen, aber auch Missverständnisse zu klären und mit Vorurteilen aufzuräumen. Von Amina Colombo und Elin Cattaneo, G19A [Bild: zVg] sage&schreibe:Wann hast du mit Drag-Performances begonnen und wie bist du darauf gekommen? Kira Lafleur: Angefangen hat alles, als ich mit 12 Jahren das erste Mal Videos von Dragqueens gesehen habe. Da war ich noch etwas skeptisch, aber als ich dann auf eine Casting-Show für Dragqueens gestossen bin, war ich immer faszinierter. Ich dachte mir, da ich gerne singe, tanze und performe, kann ich das auch machen. Also fing ich an, mich zu schminken, und übte, auf High Heels zu tanzen. Woher kommt dein Künstlername Kira Lafleur? In der Schule war mein Spitzname Kiba. Da ich mich mit dem Namen sehr wohl fühle, wollte ich diesen teilweise …

Studentenfutter

Die Seite für Ratsuchende, Ideenlose, Sparfüchse und Neugierige. Hier gibt es zwar kein Trockenobst mit Nüssen, aber immerhin eine genussvolle, leichtverdauliche Mischung aus allerlei Wissenswertem rund um die Alte Kanti.  Von Regina Knüsel und Alessandro Landolfo, G19A Life Hacks Wissenswertes rund um das Leben an der Alten Kanti Bekannt ist, dass man in der Mensa seine leeren körperlichen Energiespeicher nach einem stressigen Tag durch das Mampfen von Cookies & Co. auffüllen kann. Ein Stockwerk über der Cookie-Station, im Medienzentrum, gibt es allerdings auch eine Ladestation für unseren geliebten Begleiter, das Handy. Wer kennt es nicht? Der Akku ist leer, dabei braucht man seinen treuen Begleiter doch unbedingt noch. Sei es, um auf dem Nachhauseweg Musik zu hören, um in der Pause die neusten Instaposts zu checken oder um noch kurz ein Simpleclub-Video vor der Prüfung reinzuziehen. Was also tun, wenn der Akku kurz vor dem Ende steht? Wir haben die Lösung für euch. Nachdem ihr in der Mensa eure eigenen Batterien aufgefüllt habt, geht ihr beschwingt die Treppe rauf direkt ins Medienzentrum. Dort gibt es …

Fremd und doch zuhause

Viktoria Dzhamgarova, Armenierin aus der Ukraine, und Suthasini Punithakumar, aus Sri Lanka, sind beide in die Schweiz ausgewandert. Sie erzählen, wie sie die Kultur ihrer Heimatländer hier leben und weitergeben. Von Paynavi Punithakumar und Valeria Tomassini, G19A [Bild: Paynavi Punithakumar & Valeria Tomassini] «Ich fühle mich zu 100 Prozent armenisch» Ich bin in Aserbaidschan geboren. Doch schon als ich vier Jahre alt war, musste ich mit meiner Familie in die Ukraine fliehen, da der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan ausbrach. Viele Menschen flüchteten in die Ukraine, unter anderem auch viele meiner Verwandten. Meine Ururgrosseltern kamen aus Armenien. Ihnen war ihre Herkunft und ihre Kultur sehr wichtig und sie gaben sie ihren Kindern weiter. Auch diese gaben die armenische Lebensart weiter, und so machten es auch meine Eltern. Obwohl wir in der Ukraine lebten, erzählten mir meine Eltern viel über die armenische Kultur. Wie die Menschen in Armenien zu allen, auch Fremden, offen sind und sie an ihre Tische einladen. Sie kochten mit mir armenische Gerichte, die immer mit vielen Kräutern gewürzt sind, und sie erzählten …

Hypebeasts – einfach lächerlich!

Von Daut Limani und Olivier Schade, G19A Vor allem bei jungen Leuten, die nicht wissen, was sie mit dem Geld der Eltern oder dem Lehrlingslohn anfangen sollen, ist oft zu beobachten, dass sie sich teure Markenkleider anschaffen. Dies gibt dem Ego einen Boost, und ausserdem ist man bei seinen Freunden besser angesehen, wenn man die neusten und teuersten Markenkleider trägt. Das glauben sie wenigstens. Denn es ist natürlich ein grosser Quatsch! Und zudem ökonomisch höchst fragwürdig. Durch starke Limitation der Stückzahl wird der Preis nämlich künstlich hochgetrieben. Da spielt es dann keine Rolle, ob die Kleider gut aussehen oder nicht. Für die sogenannten Hypebeasts, die auf diese Masche hereinfallen, zählt einzig, dass sie etwas aus der neusten Kollektion der angesagten Marken besitzen. Es geht also nicht um eine Frage des Styles, sondern einfach darum zu zeigen, dass man viel Geld ausgeben kann für wenig Mode. Reine Protzerei. Die erworbenen Kleider werden zudem oft wild durcheinander kombiniert – und teilweise wird das Preisschild mit dem Markenlabel bewusst nicht entfernt. Nichts gegen das Tragen von Markenkleidern, aber …

Lernen für das Klima

Es war das Buch «The Magic of Tidying-up», das Carla Opetnik den Anstoss für ihre besondere Lebensweise bot. Heute ist es Carla selbst, die ihre Mitmenschen «mit einer Prise Ungeduld» und grossem Engagement zum Nachdenken bewegen will, um die Welt ein Stück offener – grüner – zu machen. Ihre Leidenschaft vermittelt die Zürcher Studentin in zahlreichen Projekten wie «bonnieversum» oder «minimalwastezurich». Im Web-Interview bietet sie uns einen Einblick in eine alternative Welt –eine, welche die Bedeutung von Konsumverzicht thematisiert und den Begriff der «Nachhaltigkeit» in ein neues Licht rückt. Von Tatjana Gligorevic, Nick Häusler und Anna Piani, G19A [Bild: zVg] Carla Opetniks Tag beginnt mit einer Dusche. Dann die Velofahrt zum Take-Away, einkaufen, Mittagessen in der Mensa. Wenn sie unterwegs ist, trägt sie stets wiederverwendbare Becher und Taschen bei sich, besucht Unverpacktläden, die Lebensmittel zum Abfüllen anbieten, verwendet Badeartikel in Seifenform und besitzt ein Gemüse-Abo für günstiges Gemüse, dem der Kompost droht. Carla Opetnik lebt «Zero Waste». Und das seit nunmehr vier Jahren. Anfangs war sie knallhart mit sich selbst, wollte alles richtig und nachhaltig …

Wir helfen dort, wo es uns braucht

Schon seit vielen Jahren gibt es an der Alten Kanti Aarau eine Schulkommission. Genau. Nur, was tut so ein Gremium? Und braucht es so was überhaupt? – sage&schreibe hat bei Dr. Ruedi Bürgi, ehemaliger Oberrichter und Präsident der Schulkommission, nachgefragt – und überraschende Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen unserer Schule bekommen. Von Giada Di Lorenzo und Alexandra Ihle, G19A [Bild: Naima Zürcher] sage&schreibe: Was genau ist die Schulkommission und was sind ihre Aufgaben? Ruedi Bürgi: Eine Schulkommission gibt es an jeder Mittelschule im Aargau. Früher hatte die Kommission eine Aufsichtsfunktion. Heute aber dient sie als beratende und unterstützende Organisation; somit ist sie selbst nicht tätig an der Schule, arbeitet aber eng mit dem Rektor und auch mit der Schulleitung als Ganzem zusammen. Unsere Aufgabe besteht darin, übergeordnete wie auch aktuelle Fragen und Probleme zur Schule und deren Entwicklung zu diskutieren und Lösungsansätze zu finden oder Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Die Kommission kann auch als Ombudsstelle Beanstandungen von Lehrpersonen, Schülerinnen und Schülern oder deren Eltern behandeln und wird zudem bei Personalauswahl der Schulleitung beigezogen. Als …

Wir haben die gleichen Pflichten, aber nicht die gleichen Rechte

Die Jenischen, oft auch «Fahrende» genannt, gehören zu einer Minderheit in der Schweiz, der von der Gesellschaft wegen ihrer Lebensart nicht selten mit Zurückhaltung, Misstrauen oder gar offener Ablehnung begegnet wird. Wir wollten genauer wissen, was das für ein Leben ist, wenn man während der Sommermonate mit der ganzen Familie von Ort zu Ort zieht. Daniel Huber, Präsident der Radgenossenschaft Zürich und heute «sesshaft», hat sich unseren Fragen gestellt. Von Naima Zürcher und Anna Lisa Lüthy, G19A sage&schreibe: Sie waren lange Jahre mit Ihrer Familie unterwegs. In welcher Beziehung stehen Sie zur jenischen Lebensweise? Daniel Huber: Grundsätzlich sind ja nicht alle Jenischen unterwegs, und wer auf die Reise geht, tut es nur während der warmen Monate. Ich zum Beispiel war nicht von klein auf auf der Reise. Aufgewachsen bin ich im Helmetschloo, in einer jenisch geprägten Strasse von Zürich, wo ich mit meinem Vater in einer kleinen Wohnung lebte. Mein Vater war ein sogenanntes Kind der Landstrasse. Zur Erklärung: 1926 begann die schweizerische Stiftung «Pro Juventute» den Fahrenden, insbesondere den Jenischen und Sinti, ihre Kinder …

Rennen ist ein Teil von mir

Valentina Rosamilia besucht die Sportabteilung der Alten Kanti Aarau und kann über 800m mit der Leichtathletik-Weltklasse mithalten. Wir haben darüber gesprochen, was es bedeutet, so viel Zeit und Leidenschaft in den Sport zu investieren und worauf es bei einem Wettkampf ankommt. Von Rahel Furrer, G19A [Bild: zVg] Valentina macht Sport, seit sie klein ist; damals trainierte sie neben Leichtathletik auch noch Eishockey und Triathlon. Wirklich festgelegt auf die Leichtathletik hat sie sich erst im Herbst letzten Jahres, und dies mit Erfolg: Im Sommer 2021 lief sie über 800m auf den dritten Platz bei der U20 EM und auf den zweiten Platz bei der U20 WM. Die richtige mentale Einstellung Es erfordert viel, einen solchen Wettkampf erfolgreich zu meistern. Nicht nur die körperliche Kondition, sondern auch die mentale Einstellung ist entscheidend. «Bei einem guten Wettkampf denke ich während dem Laufen an gar nichts», meint sie. Kommen nämlich Gedanken hoch wie ‹ich bin müde› oder ‹meine Beine brennen›, ist es unmöglich, sein volles Potential auszuschöpfen. «Ich bin überzeugt, dass der Kopf vor allem beim Sprung zwischen Mittelfeld …

Lifestyle

Beim Wort Lifestyle handelt es sich wortgeschichtlich um eine doppelte Entlehnung: Zuerst übernahm das Englische den Begriff aus dem Deutschen, dann kam er als Rückentlehnung wieder ins Deutsche zurück. Das Zentrum für digitale Lexikographie der deutschen Sprache zeichnet den Weg des Wortes sehr präzise nach. Demgemäss wird der Begriff Lebensstil des Individualpsychologen Alfred Adler im Jahr 1929 auf Englisch mit «life-style» (mit Bindestrich) wiedergegeben. Erst ab 1946 erscheint lifestyle als eigener Eintrag im Oxford English Dictionary mit der Bedeutung «style or way of living». Das neue englische Wort verbreitet sich anschliessend über den Bereich der Individualpsychologie hinaus in den der Soziologie: Der Begriff Lebensführung von Max Weber wird 1958 mit «style of life» übersetzt, und Louis Wirth gibt seinem Aufsatz den Titel Urbanism as a Way of Life, deutsch: «Urbanität als Lebensform». Aus der Soziologie wird der Begriff lifestyle in die entstehende Konsum- und Werbeforschung übernommen und Ende der Achtzigerjahre zurück ins Deutsche entlehnt. Allerdings verengt sich dabei die Bedeutung: Im Englischen heisst lifestyle dasselbe wie das deutsche «Lebensstil», im Deutschen dagegen ist lifestyle ein …

Der Konsumzyklus

Von Lena Tschannen, G20F Bald ist es wieder so weit. Diese grelle, blendende Zeit im Jahr, wo die Geschäfte bereits Anfang November ihr gesamtes Weihnachtssortiment herausholen und die perfekten Geschenke im Schaufenster stolz positionieren. In dieser Zeit ist dem Weihnachtswahn nicht zu entkommen. Wohin man auch geht, die grellen Weihnachtsgirlanden, Samichläuse und Engel werden folgen. Weihnachten, das Fest des Gebens und Nehmens. Was war noch mal der Ursprung dieses Festes? Ah, ein Geburtstag! Da ist es nur logisch, dass man sich beschenkt – stellvertretend für das Geburtstagskind, das leider längst verstorben ist. Wer war das noch mal? Weiss das noch jemand? Zweifellos ist der Ursprung von Weihnachten in der heutigen Konsumgesellschaft längst untergegangen. Jedes Jahr wird er aufs Neue begraben unter einem Haufen Weihnachtsguetzli und Geschenke. Das Fest der Liebe. Eine Sünde! Da hilft auch nicht der Besuch des Weihnachtsgottesdienstes, mit dem ohnehin nur für eine Stunde die innere Leere gefüllt wird. Aber bald ist ja Ostern. Dann kann wieder sorgenfrei die Schokolade weggegessen werden. Hauptsache, ein weiteres Datum im Konsumkalender unserer Gesellschaft.

Im Kreis

Ziehen im Oberschenkel, Schmerzen im linken Knie. Toxische Männlichkeit, zumindest in Bezug auf den Säurehaushalt der Beinmuskulatur. Dranbleiben! Dem Typen hinter mir gestehe ich so kurz vor der Passhöhe kein Überholmanöver mehr zu. Die Lippen sind trocken, der Atem geht stossweise, das Merinotrikot nimmt den Schweiss zuverlässig auf. Vorfreude auf die obligate Cola Zero auf einer Scheitelhöhe von 2239 Metern.

Beten und arbeiten in Einsiedeln

Schon seit fast elf Jahrhunderten lebt im Kloster Einsiedeln eine Gemeinschaft der Benediktiner. Sie lebt nach der Regula Benedicti, dem Kodex des heiligen Benedikt. Ein Tag im Kloster ermöglichte uns einen Einblick in die Lebensart und die Gedankenwelt der Einsiedler Mönche. Von Olivier Schade und Johannes Voss, G19A [Bild: zVg] Hoch ragen die beiden Glockentürme über den Hausdächern von Einsiedeln auf, als wir Richtung Kloster gehen. Jedoch wird uns die wahre Grösse des Klosters erst bewusst, als wir auf dem neuen Vorplatz stehen. Wir sind verabredet mit Frater Clemens an der Klosterpforte. Frater Clemens ist ein Bruder, der die Priesterweihe noch nicht empfangen und somit den Titel des Paters noch nicht bekommen hat. Er begleitet uns durch die weiten Gänge des Klosters, über einen Hintereingang in den unteren Chor der Kirche. Dort stehen bereits einige Patres im Messegewand, um an der täglichen Messe, dem Konventamt, teilzunehmen. Die Wände und Säulen und auch die Decke sind reich geschmückt mit vergoldeten Verzierungen und farbigen Gemälden. Ein bleibender Eindruck. Viel Zeit zum Staunen bleibt uns aber nicht, da …

Treffpunkt Text 2021

Sie ist da – die zweite illustrierte Anthologie mit Texten von aktuellen und ehemaligen Schreibtalenten der Alten Kanti. – Ein Buch, das definitiv ins Regal aller Freunde von guter Literatur gehört. Von Andreas Neeser, Redaktionsleitung Der zweite Band der Reihe «Treffpunkt Text» enthält Geschichten und Gedichte von 14 Autorinnen: Caroline Buck, Lena Franke, Tabea Geissmann, Tatjana Gligorevic, Hannah Hermann, Sarah Hunziker, Sophie Kuse, Anja Obrist, Skyla Rossi, Sofiya Schweizer, Priska Steinebrunner, Anna Sophia Stöckli, Olivia Studer, Sara Katarina Trailovic. Künstlerisch bereichert wird die Textsammlung von der eigenständigen, ausdrucksstarken Bilderspur von Sebastian Samek. Das Buch in englischer Broschur wurde in einer Auflage von 350 Exemplaren gedruckt und kann zum Preis von CHF 20 (CHF 10 für Schülerinnen und Schüler) auf dem Sekretariat erworben werden: info@altekanti.ch. Weitere Texte von Schreibtalenten sind zu finden auf der Website von «Treffpunkt Text»: www.treffpunkttext.ch.

Masken im Schweizer Brauchtum

Wie wichtig sind unsere Bräuche heute noch? Manche geraten in Vergessenheit, andere werden immer noch von ganzen Regionen gelebt. Ganz besonders Bräuche, in denen Masken eine zentrale Rolle spielen, scheinen trotz (oder wegen!) ihrer jahrhundertelangen Geschichte nach wie vor im Trend zu sein. Worin also liegt die Faszination von Masken im Brauchtum? Und was verbirgt sich dahinter?

«Ich empfinde den Niqab für mich persönlich nicht als nötig»

Das Thema Verschleierung war schon immer Brennstoff für angeregte Auseinandersetzungen, und gerade seit der Abstimmung über das Verhüllungsverbot im März 2021 steht insbesondere der Niqab im Mittelpunkt der Diskussion. Maske? Erniedrigende Verhüllung? Oder religiöses Bekenntnis? –- Und was ist eigentlich mit dem Kopftuch? Fatima Musliju, Schülerin einer dritten Klasse an der Alten Kanti und überzeugte Kopftuchträgerin, gibt Auskunft über ihre Überzeugungen, ihre Haltung zu Niqab und Kopftuch und über ihre Erfahrungen im Alltag.

Die Alte Kanti in Zeiten von Corona II

Als Rektor Dr. Andreas Hunziker Ende 2020 für sage&schreibe eine «Chronologie der Ereignisse» rund um die Corona-Pandemie skizzierte, zeichnete sich bereits ab, dass eine Fortsetzung unumgänglich sein würde. So präsentieren wir ein halbes Jahr später also Teil II dieser Chronologie, die zeigt, wie herausfordernd Corona-Management auch an der Alten Kanti ist.

Zorro und die Panzerknacker

Ein Treffen ohne Maske in Zeiten von Corona? Schwierig. Es sei denn, man trifft sich im virtuellen Raum. Immerhin eine der wenigen Möglichkeiten, wieder mal ganze Gesichter zu sehen. Genau das haben eine Geografin und eine Sprachlehrerin der Alten Kanti getan. Dass der im Chatraum Microsoft Teams geführte Wortwechsel dann ausgerechnet um das Thema Masken kreist – wen wunderts!

Kleines neues Virus versus grosse Alte Kanti

Als am 13. März nachmittags die Meldung die Runde macht, dass die Schulen ab der kommenden Schulwoche schliessen würden, ertönt in den Gängen der Schulgebäude das Jubelgeschrei der Schülerinnen und Schüler: Ferien! Und dann erst noch auf unbestimmte Zeit! Jeder Gedanke an das für diese «Ferien» verantwortliche Virus und die unabsehbaren Folgen im Gesundheitswesen oder in der Gesellschaft, jeder weiterreichende Gedanke scheint in diesem Moment sekundär.

Traum oder nicht Traum – das ist Zirkus

Der Vorhang geht auf, die Artisten des «Jour de fête» erwecken die Manege zum Leben und versetzen das Publikum in Staunen. Das Thema der 35. Monti-Inszenierung ist das bunte Treiben eines Jahrmarktes. Der Circus Monti ist bekannt für seine träumerischen und atemberaubenden Vorstellungen mit Artisten aus aller Welt. Sobald die Show beginnt, befinden sich die Zuschauer in einer Traumwelt. Und was ist das für ein Leben, wenn die Lichter gelöscht sind? Wir haben hinter die Kulissen geschaut.

«Man hat nur dort Ängste, wo man auch Wünsche hat.»

Peter Fischer ist Fachpsychologe für Psychotherapie in einer Gemeinschaftspraxis in Zürich, oberhalb des Freud-Institutes. Er empfängt das sage&schreibe-Team, um über Träume und die Traumdeutung zu sprechen, aber auch Einblicke zu geben in die professionelle Auseinandersetzung mit den Botschaften des Unbewussten.

Weniger lauffe – meh Liftschlüssel

Das tägliche Rennen gegen die Zeit beziehungsweise die eigenen Mitschüler um den letzten freien Tisch im Erdgeschoss des Aquariums. Der leidige Kampf um einen Platz im Lift. Immer kein Kleingeld in der Mensa. – Das muss nicht sein! Der sage&schreibe-Fotowettbewerb «Weniger laufe, mehr Liftschlüssel» macht das Leben an der Alten Kanti lebenswerter. – Vielleicht auch deines!

Wunder? Wunder!

„Glauben Sie an Wunder?» Kaum jemand im Umfeld einer Kantonsschule wird diese Frage mit einem uneingeschränkten «Ja» beantworten. Wunder wirken wie ein Relikt aus alten Tagen. Sie erinnern an Aberglaube und Magie. Im Denken unserer Zeit scheinen sie keinen Platz mehr zu haben. Der Gang Jesu auf dem Wasser? – Spontane Heilungen an Wallfahrtsorten? – Eine Madonna, die Blutstropfen weint? – Wundersame Erscheinungen am Himmel? Nein, danke!

„Keine Frau macht Politik, weil sie gut aussieht“

 Was bedeutet es, als junge Frau in der Politik aktiv zu sein? 43 Jahre nach der Einführung des Wahlrechts der Frau besteht noch keine ausgewogene Verteilung der Geschlechter auf politischer Ebene. Wir haben mit einer Frau gesprochen, die für Gerechtigkeit zwischen Mann und Frau einsteht. Irène Kälin ist seit fünf Jahren im Grossen Rat und Präsidentin der Grünen Lenzburg. Frau Kälin, hatten Sie ein Schlüsselerlebnis, das sie zur Politik führte? Irène Kälin: Ja und nein. Ich war irgendwie schon immer politisch, Fragen der Ungerechtigkeit auf der Welt, aber auch in unserer Gesellschaft haben mich schon immer beschäftigt. Aber bis zu meinem Nachrücken in den Grossen Rat vor fünf Jahren habe ich nie daran gedacht, Politik in einem Amt zu machen, sondern fühlte mich wohl in der Rolle der politischen Aktivistin. Warum glauben Sie, gibt es weniger Politikerinnen? Kälin: Weil die Politik noch immer – auch im Jahre 2015 – eine primär männliche Domäne ist und weil die bürgerlichen Parteien es offenbar nicht schaffen, jeweils mit ausgewogenen Listen anzutreten. In den linken Parteien hat es erstaunlich …

Was die Infrastruktur im Innersten zusammenhält

Eine Reportage über das Arbeitsleben des IT-Supports der AKSA Wir steigen eine alte, schmale Wendeltreppe empor und betreten das Reich des IT-Supports. Eine freundliche Atmosphäre füllt das sonnengeflutete Obergeschoss. Der feine Duft nach Kaffee hängt noch in der Luft und zusammen mit dem leisen Surren der Computer deutet alles darauf hin, dass hier gearbeitet wird. Auf beiden Seiten des knarrenden Ganges befinden sich Zimmer mit jeweils zwei verstellbaren Arbeitspulten, auf denen grosse Bildschirme thronen. Zwei Männer begrüssen uns und führen uns hinauf in eine kleine Dachkammer. Die gekippten Fenster lassen eine angenehme Brise ins Zimmer. In der Nähe erklingt die Kirchenglocke.